Etwas schräg halblinks:
Man muß kaum ganz über unsere Straße schreiten, die sich übrigens weitläufig an die umliegenden Besitztümer schmiegt, egal was innendrin vorgehen mag im irisierenden Schein der Damenkörper vor sich blähenden Badezimmerrollos, dann erreicht man pfeilschnell die in stetem Halblicht sich verlierende Gasse, Schild da oben - und da drin wohnt dann, gleich am Anfang, nach etwa 500 Metern steil bergan, bzw. ab, Birgolt Ambramertrater, der Erfinder solch waghalsiger Singularitäten wie den kufenlosen Selbstfahr-Hundeschlitten oder, fast noch niederstreckender, den streifenfreien Glanz für Kinderaugen. Birgolt zu besuchen und das Zusammensein mit diesem einerseits so gastfreundlichen, andererseits auch lagerfeldesken, hochläufigen Manne hat stets etwas Aufhellendes, Fanales, fast möchte man sagen, Neuronalblitzhaftes im eigenen Synapsensystem zur Folge, kometengleich durch den Verstand lodernde Leuchtfeuer aus Teufelnochwas brechen sich Bahnen im ebenso leichtfertig wie ganz arg oft so genannten Verstand. Wunderbar. Und gratis das alles. Das kommt ja unserer Geizgesellschaft stark entgegen, überfährt sie fast wie ein lichtloser Gegenzug ohne Tunnelummantelung. Wobei, wie mir diesbezüglich grade durch den Kopf fährt, während ich, bereits wieder heimgekehrt, die Gazetten durchforste, Lady Di, dieses sanfte Wunder an Gedenkenerzeugung, ja durch den Alkoholismus männlicher Prägung sterben mußte. Das steht jetzt mal ganz fest, fertig!
Jedenfalls gestern am frühen Abend, längst war der Mond schon wieder untergegangen, ganz hinten natürlich wieder, fast unsichtbar hinter den einstmals prallgefüllten Hasenställen, saßen wir nach Tagen mal endlich wieder zusammen: Briskoll, Ambramertrater, seine verstorbene Frau Mama in ihrem Acrylglashumidor und ich selbst, nur noch als Schatten desselben natürlich, dem Reduktionswahn geschuldet, aber egal, und wir aßen und tranken und feierten die ganze verbleibende Nacht hindurch mit nichts anderem als gehaltvollen Worten, überbordenden Sprachschätzen gleich und süffigst dargebotenen kleinen Nachbarschaftsverleumdungen, hastig zerkauten Weltvisionen aus mulmigen Phrasen und dem üblichen dummen Geschwätz überalterter Tolldreister.
Das alles wäre an sich nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht im Zuge unserer inhaltsneutralen Besprechungen plötzlich ein Thema dampfend auf dem Tisch gelegen hätte, an dem wir auch mit größtem Zagen nicht vorbeikamen: die Klimaerwärmung (nach Hellinger). Auch Klimaaufstellung (nach Hellinger) genannt, oder einfach Klimakrais. Ambramertrater hat ja für sich die Klimakatastrophe komplett gelöst - super! - ganz einfach durch Eliminierung des K (wie er es bezeichnet). Dadurch läßt sich die seiner Meinung nach ohnehin nur peripher wirksame Geschichte locker komplett auf ein verhältnismäßig kleines und minderbedeutendes südamerikaniches Land beschränken und sogar dort nur auf einen einzelnen Wohnort, wird also im Prinzip, was sie immer schon war: scheißegal. Klasse das! Ambramertrater ist wirklich ein großer Federführender, das ist sowas von fraglos, nicht nur, was Lima betrifft. Da gibt es ja ohnehin längst bunte Plaketten fürs Auto, die den ganzen Scheißdreck vermeiden. Kann man auch selber drucken mit einem Farblaser, null Problem. Und ein Genuß, seinen Ausführungen zu folgen oder (noch wesentlich aufhellender, gleißend allemal!!) garnicht.
Also die Gasse da oben: unbedingt merken, meine Dam, Herrn! Wer mich besuchen kommt in den träumenden Gauen hier: erst mal abbiegen zu Birgolt und der in seinem (köstlich auch: hinter dem Wohn- und Geschäftshaus angeordneten) Vorgarten zur Schau gestellten Sammlung luftgetrockneter Feldwege aus Biomaterialien, die er an langen Leinen vor den hinteren Werkstattfenstern aufgehängt hat, um die Abluft widerstandsfrei zirkulieren zu lassen. Sieht fast aus wie das obere, stark ansteigende Tibet. Aber dort sind die Feldwege fast winzig zu nennen, staubtrocken oft ja sogar von Natur aus und mitnichten regenfeucht und schlammig wie bei uns [Feldspat, Quarz und Glümmer, die vergeß' ich nümmer!] und werden auch eher flitternden Gebetsfähnlein gleich in den Monsun, oder was man dort so hat als Windersatz, gehängt. Das hat halt der Dalai dem Papst ja meilenweit voraus. Diesen luftgetrockneten Humor und alles andere. Prima.












Ambramertrater, werter Herr Schmitz, sollte umgehend für den Nobelpreis vorgeschlagen werden. Und Sie sollten ihn nach Stockholm karren, damit er unterwegs nicht auf dumme Gedanken kommt.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Kommentiert von: Erdge Schoss | 09. April 08 um 09:47 Uhr
Mein lieber Höchstgeschoß,
ich bin geheilt davon, Herrschaften inner Gegend herumzukarriolen. Sie erinnern sich vielleicht an den Toskana-Ausflug mit Herrn Dr. Briskoll? Fiaskös das! Nönö.
Seinen Dynamitoscar kann er sich bei Bedarf selbst abholen, Ambramertrater hat ja zu solcherlei Fernreisebehufen einen H2O-gefüllten Fesselballon erfunden...
GzG
Ihrn Schmitz
N.S. Bin verblüfft, wie hyperordinaire Ihr Kurzzeitnamensgedächtnis sich wieder gefangen hat...oder arbeiten Sie, speziell bei meinen Nachbarn, derzeit widerrechtlich mit CopyNpaste - das wäre nun allerdings auf den hiesigen Seiten aus womöglichen Gründen streng untersagt, wie Sie vielleicht nicht wissen und wie Ihnen voraussichtlich sturzegal ist, gell? Sie sind mir einer!
Kommentiert von: Ettore Schmitz | 09. April 08 um 10:45 Uhr
Sagen Sie mal, mein lieber Herr Schmitz, Ihr Herr Armabtreter hat Ihnen doch wohl nichts angetan? Ich sehe plötzlich so viele Worte, wo einst noch ein Luftballon flog. Was mag das bedeuten? Sind Sie wieder voll drauf? Ein Hoch auf Herrn Armertartar.
Herzlichst und hoch erfreut
Ihre FrauvonWelt
Kommentiert von: FrauvonWelt | 09. April 08 um 11:41 Uhr
Sie sind schuld, Sie...Frau... Sie - und bald wird wieder zurückgepiekst!
Seien Sie einstweilen nur froh, daß ich Sie mehr als einfach nur...ähm...schätze, deshalb nehme ich eine samfte, stumfe Nadel...
Ihrn
herzlichster
Schmitzkinsi
Armabtreter! Wenn er das hört! Bruaaah!
Kommentiert von: Ettore Schmitz | 09. April 08 um 12:12 Uhr
luft und hitz',
vergess ich n(schm)itz.
Kommentiert von: 500beine | 09. April 08 um 15:09 Uhr
BravHerrGlumm. Sitz!
Kommentiert von: Ettore Schmitz | 10. April 08 um 10:42 Uhr