12. November 07

Nennen wir's Entsetzen, nennen wir's Traumschiff...

Dercrash[E.S.] Was soll man viel sagen? Irgendwann zwischen Tag und Nacht, es muß wohl anfangs November sich zugetragen haben, gefiel sich ein gewisser  Dr. B. darin, sich zum Computerexperten emporzuschwingen, um mal am Hauptserver der klitzekleinen Forensik ein paar kleine "Modifizierungen" vorzunehmen, die Geschwindigkeit auf allen Rechnern, man sollte wiederholen, allen Rechnern, sei doch während der letzten Monate alarmierend retourgegangen und so könne es ja wohl keinsfalls mehr weiter....

Ach was solls. Echte Fachleute bekamen leuchtende Augen, murmelten was von Hauptplattencrash und abgebrannt und oi oi oi und kratzten sich büschelweise Haare raus. Vergessen. Was soll's.

Man will nicht mehr drüber reden.

Der Schmitz aber, ja der Schmitz, der kann's, der lebt ja nur einmal, dieser vergnügungssüchtige Sauhund: der hat einfach sein Köfferchen gepackt und sich für zehn Tage auf einem wuchtigschönen Dampfer quer durch die Donau bis hinab... Gutegüte, wie ein einzelner Mensch sich dermassen ... ähm ...  fröhlich sein kann, inmitten dampfender Teller, brodelnder Gläser, hazardierender Trachtengruppen und tscheschischer Schdeckerlfisch...kurzum: der Schmitz hat sich's von Herzen wohlsein lassen.

Jetzt isser wieder da und hebt an nachzulesen, was seine Lieben in den letzten schwurbeligen Tagen so in die Tasten geklimpert sich bemüßigt gefühlt haben mögen.. Die Computers sind auch wieder da und leuchten wie Weihnachtssternlein. Die Backups noch nicht.  Aber dafür immer noch ...Scheißdreck: Briiiiiiiiskooo...

30. Januar 07

Morgen ruf ich nochmal an...

[A.S.] Eines muß man ihm lassen, dem forschen Teflonator: eine flotte Rede führt er, wenn er einen nicht erreichen kann am Telefon. Alle Wetter! Nur schade, daß er ohnehin mit Sicherheit falsch verbunden war. Weder kenne ich den Namen noch die Nummer auf dem Displeh. Und falls er morgen tatsächlich wieder anruft - tja, dann wird er sich wohl ziemlich wundern. Oder ich. So ganz richtig toll drauf gespannt bin ich aber, das muß ich ehrlich jetzt mal zugeben, eigentlich eher weniger. Na, mal sehen. Man kann das ja abwarten.


Das war Antje Septisch für SWR 3.

10. Januar 07

BEAMEN mit Randalls Lisa

Beamen[CvS] Ja man muss es halt schon einmal ansprechen, das Thema beamen. Weil es kommt einem ja immer mal wieder unter, ob im Fernseh, im Kintopp oder im G'schwätz: "Ach, wenn man sich halt einfach wegbeamen könnt, wie wär's schick."  Da gilt es mal ein paar klare, klärende Worte fast, zu verlieren. Und nein, ich will nicht  erklären, warum der Mensch zum Eskapismus neigt, er tut es halt. (Siehe auch a.a.O. "Das Tuten der Ozeanriesen beim letzten Sinken.") Das beamen als solches entspringt einem ursprünglichen Übertragungs- bzw. sogar  Druckfehler! Folgt man allen noch existierenden Schriften darüber, so kristallisiert sich bald heraus, daß einerseits "beatmen" gemeint war, in verschiedensten, besonders medizinischen Zusammenhängen - andererseits aber auch "beamten", im Sinne von "verbeamten", sozusagen lebenslang ruhigstellen, paralysieren gar mit historischer Bewilligung, oft sogar als Hauptwort.

Nichts davon deutet auch nur annähernd darauf hin, daß mit beamen die nullzeitige Bewegung von A nach B gemeint war. Das gibt's ja auch garnicht. So ein Schwachsinn! Zumindest bis frühestens Ende des Jahres, wenn im Kellergeschoß von Genf bei der Firma CERN der nagelneue Large Hadron Collider loslegt und die Dimensionen und die Schwerkraft und den ganzen Bettel sowieso aufrollt wie nicht gescheit. Danach ist dann eh alles ganz anders und voraussichtlich muß ja, wie seinerzeit bei den Hitlertagebüchern die Geschichte, hier halt  die Physik komplett neu aufgeschrieben werden. Dieses tut (sic!) natürlich Randalls Lisa, bevor sie endgültig den Nobelpreis kriegt und in Nullzeit zum Pferdekopfnebel oder sonstwohin  auswandert hinaufbeamt. Mir jedenfalls solls nur recht sein, wenn sie recht hat. Und nicht immer die alten Weisskittel mit den Knoblauchflecken unter den Achseln.

Mindestens bis dahin bin ich aber strikt dagegen, dieses "Beam me up" (mit welchem suffixähnlichen Zeugs auch immer, nennen wirs ruhig Lisa)  so haltlos und fast hazardierend in der Fülle zu benutzen, zu benamen gar. So, wie mir selbst momentan im Magen, würde  Herr Jim Beam darob im Grab rotieren. Soviel ich weiß, aber auch nur so viel, ist gewiß. MannMannMann.

31. Dezember 06

Silvestrum 25 Uhr

Fachmann





[E.S.] ...und wenn Hoehenfeuerwerk anderswo auch eh schon alles egal ist, dann kommt unser Fachmann um die Ecke. Natürlich hängt ihm eine leise vor sich hin kokelnde Lunte mit Kleinstkrachern aus der Hosentasche, natürlich klebt ihm das halbvolle Sektflötchen in der Pranke und gewisslich glimmt die Reval im Mundwinkel unter dem gekniffenen Auge. "Wat is, ihr Saftsäcke? Neujahr! Aufstehn! Prost! Jetzt wird gezündet!"

Und  dreht im selben Moment schräg seitlich zum Nachbarn ab, läßt uns links liegen im flackernden Dunst unserer Garageneinfahrt, sticht schroff über die Straße und kickt zwei oder drei der Flaschen um, aus denen sich gerade prasselnd die Höhenfeuerwerksraketen zum Start erheben möchten.   Eine davon pfeift schlingernd über den Gehweg und gibt der restlichen Flaschenbatterie den Rest. Es dauert keine zehn Sekunden und es höhenfeuerwerkt in Brusthöhe. Niemand schafft mehr die Flucht in die heimische Garage - es donnert und explodiert, schrillt und schreddert und funkenstiebt, daß Auge und Ohr eine Pracht ham.

"Scheiße. Prost Neujahr!" röhrt der Fachmann ins Inferno und hüpft ein wenig über die ärgsten Detonationen hinweg, wobei ihm Sekt aus Maul und Glas schwappt, "und alles Guute!"

Es bleibt unerklärlich, wie sich bei Steckschröders nebenan trotz dieses nur erdnahen Gewitters die gerade erst fertiggestellte Dachgaube entzünden kann - aber sie tut es lichterloh und brennt in Nullkommanichts praktisch rückstandsfrei ab. Möglicherweise durch Fremdeinwirkung. Uns ist das aber egal.

Das neue Jahr kann jetzt dann eigentlich kommen. Prima!