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[E.S.] GuteGüte, was für eine Lesung, die allerdings, warum es verschweigen, erst möglich wurde, nachdem Herr Phil diese ganze Zigarettenproblematik im Hof des Ginsheimer Kurhauses, dessen Erfinder er übrigens ist (früher hieß es ja Kurshaus), in den Griff bekommen hatte und auch das nur, weil der Hof irrsinnig hoch ist und womöglich daher nicht imstande ist, minütlich wiederkehrende Besucher zu identifizieren und gegebenenfalls zu sperren. Immerhin konnte man in den kurzen Phasen seiner innerhäusigen Anwesenheit erfahren, daß Herr Phil fast am Kurhaus vorbei und pfeilgrad in das träge dahinsiechende Gewässer gefahren wäre, hätte er nicht im letzten Moment die raucher-affine Höhe des Hofes im Rückspiegel erkannt und mit einen sehenswerten (wenn es denn jemand gesehen hätte, so sind wir leider auf die Berichte von Herrn Phil angewiesen, die er im Hinausgehen zu einer Raucherpause kurz über die Schulter warf) Heckschlenker revidieren konnte.
Ansonsten bleibt mir nicht viel zu erzählen über die wunderbare Lesung, bei der es eigentlich nur Gewinner gab und in den Pausen ein wenig zog wie Hechtsuppe, weil Herr Phil im Hof irgendwelchen wie auch immer gearteten Verrichtungen nachging und kaum die Türen hinter sich zuzog. Meine göttinnengleiche FrauvonWelt hatte mich bereits im Vorfeld mehr als atemlos gemacht durch eine sehenswerte Vorführung im freien Flug durch mehrere Dimensionen hindurch bis hinab ans Ende der Treppen. Was für ein virulentes Weib im knappen Wams! MannMannMann, warum ist man immer so alt?
Die ebenfalls anwesenden Herren Jacken-Scheibnererster , Hochwasserstock-Fischwaren und der liebenswert skurrilskeptische Hammondorganist und Augendiagnostiker Oliver mäanderten zwar in lichten Höhen über jeweils mindestens 2 Metern umher, waren aber durch sich selbst zu sehr vom Rauchen abgelenkt und mußten daher unendlich viele Gruppen- und Einzelgespräche lostreten, denen zu folgen aber nur wenigen vergönnt war. Vielleicht sind sie aber auch Nichtraucher. Wer weiß das schon?
Froin Wasserwerksbesitzerin Stubbornita (New York/Schweiz) incl. Dr.RP (Halbmarathon), die sicherlich mit 6 Mio km die weiteste Reise hinter sich hatten und dann im Hof noch von einem einzelnen Raucher offenbar durch irrwitzige Erzählungen über Nahezu-in-den-Rhein-Fahr-Katastrophen von ihrer ansonstigen schweizerredlichen Rechtzeitigkeit abgehalten wurden, knallten mit letzter Kraft einen Sack Schoki auf die weinspritzende Theke und legten sich dann stundenlang zum Lachen übereinander quer über mehrere Stuhlreihen, gottlob aber so, daß sie Herrn Phil nicht behinderten, der seinerseits nur mit größter Mühe und sehenswerter Körperbeherrschung vermeiden konnte, bereits während der Lesungen den Hof aufzusuchen um nach dem Rhein zu sehen bzw. sein Glück zu feiern, ihn gerade noch so verfehlt zu haben bei der Suche nach dem Kurhaus. Wie überhaupt auffiel, daß Herr Phil sehr gerne mal ein winzigkleines Zigarettchen raucht. Pafft eher, der Rauch kann ja die Lunge zum Glück garnicht erreichen, weil er ja während des Rauchgenusses auch sehr viel erzählen muß, zum Beispiel, wie er mal in Ginsheim fast in den Rhein...
Ansonsten habe ich natürlich von der Lesung nicht viel sehen können, Herr Schoß war allerdings gottgleich grandios in Anmutung und Gesamtgewese und nicht erst, wie man vorher hätte vermuten können, nach dem Genuß der von Herrn Weinmarschall Cordier aus dem Nichts hervorzelebrierten wundervollen Spezialgewächse, sondern schon währenddessen.
Ich selbst habe allerdings von meinem eigenen Part leider nichts mitbekommen, das Gegenlicht der von Herrn Schoß installierten Laserkanonen war viel zu stark und schmolz fast den Kitt aus meiner Brille. Vielleicht gibt es ja wenigstens bei ihm, dem neubenamten Mäandertaler Schoß ein paar (bewegte??) Bildlein zu sehen? Schöner wär das, als hier trockene Worte zu schwingen.
Herzlichst
Ihr
Ettore Schmitz
[E.S.] Die Welt ist doch wirklich klein rspktve. hängt doch alles sowas von zusammen, daß es manchmal richtig kracht. Man muß nur in die Forensik und schon sieht man klar und ohne störende Transparenzen! Da kommt man nichtsahnend bei Herrn Oberdirektor Schneck vorbei, einfach um wie stets ein wenig sinistre Dinge sich reinzupfeifen: und fällt um. Fast vergessene Sachen hat er da ausgegraben, der Satansbraten: Herman Brood, den alten, schmissigen Hilton-abernichtparis-runterflieger mit einer angesichts der damals dräuenden Realitäten am Ufer des Styx wahrlich "disturbing" Version von "My Way" und mit dem Titel:
Und - obwohl's nun wirklich nichts miteinander zu tun hat, eigentlich, aber vielleicht auch doch, wer weiß schon was, Herman vielleicht, der weiß jetzt mehr, aber wir? - fahren hier doch sämtliche nächtlichen Züge Richtung Erdgeschoss, auch wenn die Schreibweise auf Günthers Plakat ein wenig anders ist...
Und das sind nun mal die Mysterien des Alltags. In der Forensik. Auch Dr. Briskoll findet:
bemerkenswert, da fällt mir nichts mehr ein.
Shpritsz - Schbradcz ... all in one!
Myway Schmitz
[E.S.] Besser ist es natürlich, wenn man derzeit keine weiteren Blogs liest. Es entzieht sich meiner Kenntnis, warum so viele Tagebuchschreiber einen fatalen morbiden Touch bis hin zur manifesten Depression offenlegen - aber schön ist das nicht. Ich stelle mir traurige Menschenkinder in säuerlich riechenden, klammen Stuben vor, auf abgewetzten Fleckensofas krümmend und grau an den Fronten der Parallelhochäuser entlang immer wieder ins sinnentleerte Nirwana starrend, während beim Klickern der Laptop als einzig wärmende Quelle des draußeren Lebens den Schoß aufheizt. Grundgültiger!
Ach was. Wir hier sind ganz anders. Bei uns krachts immer Vollrohr achternbusch voraus durchs blühende Leben hinab! So muß das. Meine Oma sagte immer und immer wieder: "Junge, es gibt soviel Freude beim Kucken. Kuckuck!" Ja, und so war es dann ja auch. Kurz bevor sie im gesegneten Alter das Augenlicht verlor, durfte sie friedlich einschlafen, eingehen fast, ins himmlische Reich. "Das war knapp, Omma, Sackzement, was?!", hätte man ihr nachrufen mögen. Aber man war ja nicht dabei, ich glaube sie ist schon ein halbes Jahr nach meiner Geburt verstorben, insofern bleiben die Erinnerungen eher kafkaral.
Und ähnlich verhält es sich mit den traurigen Bloggern. Man ahnt sie nur, man ist nicht dabei. Vielleicht manchmal garnicht mal so schade, nicht?
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