26. Oktober 07

Frau Nuehm: greifen Sie ein!

Annanuehmfussballfrieden[E.S.] Liebe Schwester im Geiste, Nuehmchen, MannMannMann, es wird jetzt ganz eng! Deshalb brauche ich heute noch unbedingt Ihre Hilfe oben auf dem Tavoli. Dem  Tafelberg, wie heißt er denn? Sackzement, wenn man doch nur Ahnung hätte vom Fußball, gerade heute. Aber wie soll man, der man ja aus dem feuchten Sport kommt und in den späten Sechzigern immerhin Nordbadischer Meister im Hallen-Einzelsynchronschwimmen war (das wissen wir doch alle schon, hoffentlich!), wie soll man da einen Elfmeister von einer Blutkrätze oder einem Abseitsfoulpelz unterscheiden? Das geht ja garnicht.

Aber trotzdem: mein ehemaliger Nachbar und jetziger Vereinskamerad, der Hopp's Dietmar, den Sie ja auch heute in Ihrem geschätzen Blog erwähnen, liebes Frollen Nuehm, deshalb fiel's mir ja alles wieder siedend heiß in die Suppen, ein ganz liebenswerter Philantrop übrigens, auch wenn alle Welt auf ihm rumhackt, der ist ganz arg segensreich für allerhand, aber das nur nebenbei: dem und mir gehören ja unsere Fußball-Buben aus Hoffe sozusagen, dank Zuwendung und gemeinsamem Aufwuchs im Kraichgau. Das ist ja dicker als Luft!  Und jetzt kommt's: die kicken heute abend bei Ihnen vor der Haustür, Nuehmchen, mein Liebes, und da droht Krawall!!!

Dalaifussball Sie müssen was tun, Anna,
rasen Sie heute abend rauf auf Ihren Tavola, oder wie der Bolzplatz heißt, und verhindern Sie das Schlimmste! Wir können doch nicht zulassen, daß sich unsere Buben da die Leibchen zerfetzen, die Zuschauer einander mit Nudelgehölz verdreschen oder gar vor aufgestacheltem Unmut detonieren. Im Namen von was weiß ich, Ernst Mosch oder da auf dem Bild, dem Herrn Gandhi oder meinetwegen auch von Manfred Tse Tung, wichtig ist ja nur: abwiegeln, ausgleichen, beruhigen. Sie machen das schon, Anna, ich kenne Sie doch. Einfach Ihren Liebreiz schwingen lassen, wenn die Herrschaften anfangen, aufzukochen, und Seligkeit verbreiten, so wie in Ihrem Blog. Und haben Sie bitte ein besonders waches Auge auf meinen Nachbarn, den Sturtzkötters Manni, der fährt im Fanbus mit und kann sich eh kaum wehren, hat ja links nur noch einen Arm, damit uns der gesund und munter wieder nach Hause kommt, wo ihn leider nicht mehr viel erwartet, seit seine Mutter vor Kummer über den Verlust ihres Mannes verstorben ist, aber muß er deshalb auf dem Felde in Aachen bleiben. Nöö, ne?

Einach alles etwas dämpfend begleiten, Nuehmchen, Calm down, die hard  Leut. Mehr brauchts ja garnicht. Aber das brauchts halt.

Und natürlich ein 2 zu 1 für Hoffe.
(Ist Ihnen ja auch recht, als eigentlicher Saalännern, gell?)

Fühlen Sie sich embarassiert
von Ihrem
Eckstoff E. Schmitz

20. August 07

Im Pappkarton quer zu Tal

Schmitz_labert[E.S.] Die geneigte Leserschaft wird's zu schätzen wissen, jetzt, wo sich bei Herrn 500 mit dem  Auftauchen des Hüstlers bereits der Sommer zur rückwärtigen Tür hinausbugsiert, um pfeilgrad einem verlotterten Herbst mit seinem Ungemach Platz zu gewähren, da fährt mir, mitten im Geschreibe, ein Telefonanruf in die Lameng. Sackzement, muß ich da jetzt schon rufen, noch vor dem Anfang. Na, das kann was werden.

............................................

Muß so Anfang der Achtziger Jahre gewesen sein, als ich beim "Täschchen-Cromer" und seinen drei Großbuchstaben in München  dafür zuständig war, daß ein paar durchgeknallte Edeldekorateure die Ausgestaltung der Schwabinger Ladenlokalitäten mit Scheißdreck feinster Art aus allem möglichen Krimskrams auf die Reihe brachten - hat ja aber auch nix mehr genutzt.

Aber die Wochenenden mit der Schickeria auf den Almen! Im "Extrablatt" in der Leo(poldtsrasse) ging's los mit den ersten schweren Krachern on the rocks zum Anheizen und Gucken und Checken. Und eines schönen Winters kamen ein paar Gastronauten auf die blitzgescheite Idee, einen Mätzedis Neoplanbus  umrüsten zu lassen auf schicken Trinker- und Schnuppertransporter in Pinkplüsch für jeweils 30-40 Leutchen bis hoch zum Edelhüttenwirt, beschwingtes "Schifoarn mit die Madeln" halt, all inclusive, manchmal auch mit den Speider Mörfis. Mei. Die paar Artifizial- und Realschönheiten, die sich nicht gleich schon vor der Abfahrt die Näschen überpudert hatten und ziellos grinsend auf dem Bürgersteig herumirrten, waren oft dermaßen über den Jordan, bis man oben war, daß ihnen "der Dömchen" aus der Nase troff und Spuren in den Salzrand der Zitronenscheibentequilas auf der Oberlippe fraß. Alles was am Berg noch mit eigener Kraft aus dem Bus stolpern konnte und sich nicht gleich final in den Schneewehen verfing, eierte in die Hütte, um mit dem "Sporteln" anzufangen. Nun war's ja nicht so, daß die beflügelten Herrschaften große Ski-Asse waren oder sich gar noch erinnern konnten, wie man sich mit den riesigen Klötzen an den Füßen oder auch mal obenrum auf fast unsichtbar schmalen und vielzählig durcheinandervibrierenden farbigen Leisten festzuschnallen hatte, das nicht. Aber gläserschwingend und in weiten Bahnen Schampus verkleckernd epileptische Salsafiguren in den Schnee rühren, das konnte man noch eine ganze Zeitlang, bevor die Nebel sich gnädig über Berg und Tal senkten.

Unvergesslich, wie  mir mal ein heutzutage als handtaschenlederhäutige Dame geschmähtes Schätzchen aus dem Geräteschuppen quiekend entgegengetorkelt kam, gefolgt von einem johlenden Herrn, der damals schon nur noch schwer als Berufsplayboy durchging, und beide zerrten sie einen riesigen leeren Pappkarton hinter sich her, offenbar mit dem  Behuf, nach all der noch sichtbaren Freude im Schuppen nun auch noch jenen zu besteigen. Irgendwie gelang es ihnen, den Pappkameraden gerade mal so an die Abrißkante zur mittleren Abfahrt zu bugsieren und darin unter lauthalsen Yiihaa's  und Hollarööö's Platz zu finden und beifallheischend so zu tun, als ob man frohlockend dem Tal entgegeneile.

Ich könnte heutnoch schwören, daß es ein stocknüchterner Fredl Fesl war, der aus dem Schatten der Zauberhütte trat, lässig auf das überdrehte Pärchen zuging und völlig wortlos und mit unübertrefflich eleganter Wucht dem Karton einen solch mörderischen Tritt versetzte, daß nicht nur die beiden Beseelten in seinem Innern übereinander her, sondern die ganze Riesenschachtel über die Kante kippte und verdammt rasch Talfahrt aufnahm. Die Schwerkraft innerhalb des sausenden Behältnisses musste außergewöhnliche Formen angenommen haben, denn den beiden sichtlich Bemühten war es trotz grotesker Bestrebungen nicht mehr möglich, auf die Beine zu kommen. Im Gegenteil: je mehr sie umeinander herumjonglierten, desto zackiger gings in allen Richtungen längs und quer und holterdipolter über den zischenden Glitzerschnee hinab und es gab kein Halten mehr: es stoben die Flocken nach Herzensbrunst! Irgendwann kam das fidele Gefährt hinter einer Kuppe außer Sicht und erst geraume Zeit später verschwand der kleiner werdende Punkt im Wäldchen längs der Piste und - zumindest ich - habe  an diesem Tage nie mehr etwas von all dem gehört. Das mochte dem  über die  Felsengrate hereinbrechenden Jagertee geschuldet sein oder FranzXaver Kroetz, dies bleibe mal einfach dahingestellt.

Uschi oder Gunter oder wie auch immer die beiden Rasanten letztlich geheißen haben mögen sind mir jedenfalls hier in der Forensik als Lebewesen weder in vitro noch in vivo jemals wieder begenet, fast schade eigentlich, womöglich. Man wird doch wohl keine Androiden aus ihnen gemacht...das würde natürlich zumindest die Lederbespannung erklären... äh.. neinnein: hier also zunächst Entwarnung, das bleibt eine Geschichte unter vielen dem spontanen Vergessen geweihten, obwohl Dr. Briskoll im Hintergrund meines Getippes gerade eben behauptet, er habe in seiner Sammlung historischer Ganzkörperphotgraphien... na das lassen wir jetzt aber lieber mal sein, Herr Dr. Briskoll, hören Sie mich?

Und was ist das eigentlich für ein Sausen und Zischen von da oben her...

GuteGüte...asiat.....

Schmitz_hat_gelabert

30. Dezember 06

Motorradfahrende Landrätinnen

Stoib3 [E.S.] Politisches Zeug können wir hier ja alle zum Glück eher nicht. Und brauchen es auch nicht. Klar wieder: jede(r) ist ein  politisches Wesen und überhaupt.. man hört sie schon wieder krachen, die akademischen Vollhirner. Aber das stört ja nicht.

Was will man sagen? Herrgottnochmal, wenn man hinunter blickt! Nach Bayern. In die CSU hinein. Ist es nicht schön? Da fährt ein sauberes, gscheites Weibsbild nicht nur seit Jahren eine offenbar drunt in Fürth  geschätzte Landkreispolitik, jetzt fährts auch noch dem fast schon halogenen Oberaspiranten mit dem Motorradl quer übers  Nervenzentrum. Ja was ein Tuten und ein Blasen plötzlich. Wo mans doch hätt rechtzeitig wegservieren können mit ein paar Gerüchterln!  Drei Generationen jünger, zumindest innerlich, als die Parteispitze(l)n, fährt Motorradl, trinkt beim Sektempfang Sekt und kein Maßbier und sicherlich vögelts quasi womöglich auch noch irgendwie so ... herum halt, wie mans selber fast nimmer weiss - sowas fällt doch auf, das taugt doch nix. Ja da kann man doch schnell einmal ruckzuck. Kein Problem. Sowas kippt man doch hurtig aus Weg, da muss man doch nur mal ein bissl hinterhertelefonieren bei den Sp(i)ezln und schon hammas, gell?

Jetzt ist's aber sowas von grottenschlecht gelaufen, sowas von saubleed. Nur Rindviecher um "ihn" herum und selber auch eins. Sackra! Partei-Ausschuss as Ausschuss can. Ausschluß sogar am End, aus dem Himmi, dem schönen immergleichen, immeralten. Irgendwie wern si's schon derpacken da drunten: weil den Haarhauptmann, den schiebt nix so leicht aus dem Bahnhof, dem oft beschriebenen, dem beim Flughafen, wo er doch in 10 Minuten 2000 Kilometer ähm...und chrrrn, uhg, sicher ist: 2008 oder 20.024 wird er wieder und diesmal sogar ganz bestimmt der Kaiser von ganz ALLES. München, Berlin, Mittelerde. Motorradl hin oder quer! Da mach mer schon mal wieder das Glasl Schampanninger auf! Aber hallo.