05. April 07

Gastautoren zu Ostern: Prälatin Chris Feig-Wartz

Damendom Ostan. Welch schönes Fest anlässlich jeden Jahres! Religionsübergreifend feiern wir es in den Gemächern des Damendoms zu München. Katholische Monstranzen, Leihbischöfe, protestantische Dechanten und Pastoralanwärter: egal! Ökumenisch vereint in Orgelklang und andachtsvollen Predigten: wir alle feiern die Ankunft des hohen Geistes dieser ganzen Ostersachen da, der mächtigen.
Global fast überspannt der schillernde Bogen unserer Gebiete und Gebote, die Macht des Morgen- und Abendmahls, zuhauf genommen in innigster Eintracht der Muslime, Mosleme, der Buddhisten und Sikhs, jüdischer Nachbarn und evangelischer Organisten: es ist ja so egal, geil! Wie schön der biblische Eierlauf im Konsens der Glaubenden aller Couleur, wie vereint das An- und Abschwellen der KantorInnen im Schein der schwingenden Myrrhefässlein: ein Hase ist uns geworden, engelsgleich. Oder was.
Nichts bleibt trennend, alles eint dieses gemeine Fest der Heerscharen, jauchzend nahezu, nahebei tirilieren die Stimmen hinan zum Kuppelgebälk und ins ferne Nirwana. Fast meint man es zu spüren, das Unwägbare, Strenge.
Wahrlich: da werden Prälaten zu Flugscharen, junge Menschen öffnen ihre Herzen und Münder in trautem Gewese, die lila Tüchlein prangen am Abendhimmel wunderbar! Als ob es kein Trennendes mehr gäbe im Sein, nichts Karitatives hält uns inne: wohlfeil gefüllt wird Nest um Nest und lang bevor die Nacht uns wohlig umhüllt, wird auch noch mal feste vom Ahmpmahlwein gebrochen wie Brot und von den Höhen baumelnde österlichklerikrale Eier spiegeln sich warm in den Pfützen.
Es ist Ostan. Und es ist voll in Ordnung so.

Chris Feig-Wartz, Ostan 2007
anlässlich der Ostarichiefeiern im Damdom zu München


(Wir entschuldigen uns für diesen Beitrag voraussichtlich in aller Form, aber was soll man machen? Man kann da ja nichts machen. C.v.S.)

Westerneggs