12. November 07

Nennen wir's Entsetzen, nennen wir's Traumschiff...

Dercrash[E.S.] Was soll man viel sagen? Irgendwann zwischen Tag und Nacht, es muß wohl anfangs November sich zugetragen haben, gefiel sich ein gewisser  Dr. B. darin, sich zum Computerexperten emporzuschwingen, um mal am Hauptserver der klitzekleinen Forensik ein paar kleine "Modifizierungen" vorzunehmen, die Geschwindigkeit auf allen Rechnern, man sollte wiederholen, allen Rechnern, sei doch während der letzten Monate alarmierend retourgegangen und so könne es ja wohl keinsfalls mehr weiter....

Ach was solls. Echte Fachleute bekamen leuchtende Augen, murmelten was von Hauptplattencrash und abgebrannt und oi oi oi und kratzten sich büschelweise Haare raus. Vergessen. Was soll's.

Man will nicht mehr drüber reden.

Der Schmitz aber, ja der Schmitz, der kann's, der lebt ja nur einmal, dieser vergnügungssüchtige Sauhund: der hat einfach sein Köfferchen gepackt und sich für zehn Tage auf einem wuchtigschönen Dampfer quer durch die Donau bis hinab... Gutegüte, wie ein einzelner Mensch sich dermassen ... ähm ...  fröhlich sein kann, inmitten dampfender Teller, brodelnder Gläser, hazardierender Trachtengruppen und tscheschischer Schdeckerlfisch...kurzum: der Schmitz hat sich's von Herzen wohlsein lassen.

Jetzt isser wieder da und hebt an nachzulesen, was seine Lieben in den letzten schwurbeligen Tagen so in die Tasten geklimpert sich bemüßigt gefühlt haben mögen.. Die Computers sind auch wieder da und leuchten wie Weihnachtssternlein. Die Backups noch nicht.  Aber dafür immer noch ...Scheißdreck: Briiiiiiiiskooo...

27. Oktober 07

Auf zur Kur nach Ginshaus!

uf zur Heutegeschlossen

19. Oktober 07

Toskanische Reisereste

Ganzwichtich[E.S.] Wenn man's wirklich will und dann auch noch kann, dann kann man von Florenz aus Richtung Meer gondeln und kommt womöglich (je nach Ladung) irgendwann auf halber Strecke zum schiefen Turm rüber erst mal nach Montecatini, von dem hier aber nicht bzw. nur kaum die Rede sein soll, obwohl ich dort oben, in Alto, was ja faktisch die Altstadt dieses seltsam ruchlosen Hallenbaddörfleins ganz oben auf dem Hügel ist, darstellt gewissermaßen (und riiiecht,bä!) ich mal dermassen verblüfft war, daß mir's heute noch nachdenkt. Weil: das geht so steil zu, auf diesem bucklig gefliesten Marktplatz da droben, so schräg (und hoch, für die Toskana jedenfalls, fast schon über der Luft!) daß man die Weinflaschen nur mit zwei aufeinandergestellten Zigarettenschachteln in die Waagrechte zwingt, aber mach das mal frühmittags, noch fast ohne Zielwasser, so eine Sauerei und dann fliegt man raus, ein, zwei Tischlein kippen zu Boden und allesamt der Schwerkraft anheim, vergißt das Auto und schreitet quer durch die Weinberge in scharf aufgezwungenem Tempo schlangenartig wieder bis unter die Luft hinab, was schon mal von Vorteil ist, aber dann hat man ja plötzlich, wie nach dem Krieg, da hatte man ja auch nichts. Und das Auto? Keine Ahnung. Oben über der Luft vergessen. Scheiß Zigarettendiskriminierung! Sowas erinnert, auch wenn man längst  die ultima sigareta hinter sich hat, aber die Sauerei, das Kippen, Splittern, Gesudel, italienisches Geschrei, man versteht ja kein Wort mehr!, und das hochkante Hinausfliegen über den schrägen, weinschlüpfrigen Marktplatz, fast sattelschlepperbreit (Schoß!) hochkant gestellt, wegen der Höhe und der Enge, wegen dem ganzen wackeligen Scheißkaff, was müssen die das da oben kurz unter den Himmel klatschen, nicht mal kardanisch, und dann volle Schwerkraft ins Tal, Mann, immer runter, sowas prägt einen Menschen ja tagelang!

Aber ich wollte ja heute davon erzählen, daß man schon längst vorher, vor diesem bescheuerten Schrägmontecatini, noch innerhalb der normalen Lufthöhe über Normalnull, da schleudert man im Allgemeinen und im Grunde unabdingbar nach Vinci hinein und das Paradoxe schon jetzt gleich: das kleine Kaff wurde nicht etwa nach dem berühmten Schlaumeier so benannt - sondern der nach dem Kaff, das wäre ja bei uns nie möglich, da heißt es die "Kennedy-Stadt-Berlin" oder die "Mozart-Stadt-Weimar" usw.!Leonardo_da_vinci Gut, man trifft ihn ja jetzt nicht mehr persönlich an, den Leonardo, der ist ja schon 500 Jahre her, aber sein Zeugs! Herrgottnochmal, was hat der Bursche da alles für Krempel zusammengeschraubt und gebastelt. Flugzeuge, die nie flogen, Fahrräder, die keine Kurven machen konnten, alles ohne Gummiräder oder Verbrennungsmotor oder zumindest Strom: lächerlich! Das konnte ja nix werden. Wenn man sich das heute überlegt: da hat der wirklich geglaubt, er wäre eines der größten Genies gewesen, ha!ha!ha!, da lach' ich ja. Panzer aus Holz (!!) und Taucheranzüge aus Baumwolle (!) mit Schilfrohren statt Propangasflaschen! Aufzüge, bei denen Ochsen und Pferde irgendwelche Holzgestelle hin- und herschieben mussten, das kann ja alles garnicht funktioniert haben ohne Strom oder mindestens Kernkraft. In diesem Museum da drom in Vinci, da stellen sie voller Stolz und für teuer Eintrittsgeld das ganze Trümmerzeugs aus - eine einzige Lachplatte! Fast schon tragisch, all die ganzen traurigen Versuche dieses Leonardo, von denen kein einziger mal richtig ins Rollen kam, so viel Losertum auf einem Fleck! Und dann: die angeblich so geniale Mona-Lisa! Ein Foto! Steht ganz klein sogar drunter "Copyright Atelier Luigi Barlessi, Prato" - die glauben, man sieht das nicht! Das ist ja auch so eine Südländer-Eigenart, je tiefer man da runter kommt, sich in diese Gefilde da hineinjunglieren lässt, desto tiefer ist auch die Infamie dieser kleinen Leute unterhalb ihrer schwarzblitzenden Fettfrisuren, mit Brisk- und Olivenölpfoten zurechtgeklatscht, um Köpfe herum, in denen es unablässig brummt und summt, wie man uns Nordleute am besten ordentlich einsalzt und unsere Dam so einlullt in südliches Gewusel, daß am Ende allen die Contenance parallel zum Bargeld abhanden kommt und keiner wills gewesen sein. Ich habe mir eine "original Da-Vinci-Wand-Uhr" aus Vollholz zugelegt, zulegen lassen eigentlich, mit Zahnrädern drin aus Pappmachee und Büroklammern, beim Aufhängen hat sie mir gleich final ihr verdammtes Innenleben über die Schlappen gekotzt - aber andererseits kann man auch nicht viel sagen, bei 150 Eurotten für ein Original bittesehr per favore prego! Bin ich letztlich ganz zufrieden.  Wollte ich nur mal noch kurz erwähnen. Auch Ihr lernt ja nie aus, auch wenn Ihr Euch immer so gebärdet, als ob längst alles klar wäre. Nix is!

16. Oktober 07

Bin ich zurück oder was?!

Tageaussachen[E.S.] Gute Güte: in einem Mätzedis 3Milliarden GLX Vollautomatix durch die herbstlichen Italo-Weinberge brettern und Melonen schneiden: das hat was! Wenn das unser lieber Dr. Briskoll miterleben hätte können - man hätte ihn fuxschwanzgleich in Streifen an der Antenne mitwedeln lassen wollen. Aber nein: der Herr mußte ja zuhause in der Forensik verweilen, ins Edafon verkrallt fast, angeblich wegen zu erwartender Notfälle in den Zwangs-Abteilungen Nuehmingen, Waibstadt oder bei der täglichen www.bierlieferung.de  - bittesehr! Dort allerdings ist nichts passiert. Gar nichts, jedenfalls nichts von Belang für Sie, Herr Briskoll, falls Sie dies lesen!

Ja, was soll man berichten von einem solch irrlichternen Urlaub? Man weiß nix mehr. Ich hatte ja Stephan Sulke dabei, allerdings auch sein Kalvier, wegen der Musik, und wir haben bereits Millimeter jenseits der Abfahrt, des Starts sozusagen, wonniglich tremoliert, allerdings in Moll, Stephan Sulke ist ja hauptsächlich Tragöde, wenn er nicht raucht, was ich ihm selbstverständlich  während der Wachphasen untersagen mußte, aus partiellärztlicher Sicht. Schön war das. In Innsbruck ging zwar schon das erste Fässlein Wein aus und kehrte hienieden auch nie wieder zurück, aber wir schufen Möglichkeiten. Bereits in Modena mußten wir dann vor ausverkauftem Haus genau aus diesem Grunde unser Konzert zu Ehren des verblichenen Großtenors Pavonarotti absagen, ließen es dann schließlich doch noch knapp auf eine Verhaftung ankommen, teils wegen nächtlicher Vorkommnisse im Garten der "Taverna Risti", teils weil ich Stephan vor einer Horde  reflexivsarkastisch gewordener Ferraristi-Dam  retten mußte, die ihm die Unterhosen über die Ohren ziehen wollten, "nur so", wie sie meinten, "aus Unlust!" Modena ist ein Drecksnest geworden. Aber Bozen hat die Trümmer abgekriegt. Ungerecht eigentlich. So ist Italien halt. The best buy first, wie der Angelsachse spricht, die Pest stirbt nie.

Florenz ging dann komplett unter, wie immer. Mir schien, ich hätte Herrn Maestro Hammersteyn in der Krypta meiner geliebten Santa Croce gesehen, aber es war wohl nur der verwischende Schemen eines Bauhüttengeistes (45 Vol%). Und damit begann auch das eigentliche Unglück, das ich kurzfassen mag, kurz genug jedenfalls, um nicht hernach noch in Tränen zu zerspritzen. Stephan wollte seinen Flügel, ab 11 Uhr morgens wurde aus dem abgewetzten Kalvier durch Übersprungshandlungen (32 Vol%) nämlich meist  ein tiefschwarzer Steinway aus Vollholzimitat, und sauschwer dazu(!), in die Damtoilette der Uffizien schaffen, wo er sich dann zigarettenschwingend und schwerstmelancholisierend drüberlehnen wollte und "Uschi mach keen Kwatsch" hauchen - aber die haben ja montags Ruhetag, was ich klammheimlich übermäßig stark begrüsste. Wir verfügten uns dann im flammenden Furor der Morgensonnen zwar Richtung Herrn Di Balustrados segensreicher Schankwirtschaft im Schatten der Bibliothek, ständig dieses bescheuerte aber gottlob wieder zum Kalvier geschrumpfte Geflügel auf dem schwankenden Hubwagen (im Bahnhof geklaut!!) hinter uns herzerrend und da passierte das wirklich Entsetzliche. Das Allerallerentsetzlichste! Wieviele Stunden, Tage, Wochen und Wasweißichnoche habe ich schon im Schatten von Di Balustrados Straßenrandbüschlein giftgrüne Maitais aufgesogen und im Zuge der dadurch begründeten Vitalisierungen Bände voller Neutralprosa ins Nirwana zerfaselt: Pächterwechsel! Pächterwechsel! Di Balustrado gibt's nicht mehr. Mai Tai? Scusi, Signore, MaThei? Mataxi? Metexas? Habens wirs nix auf Carta. Campari per favore? Ja Scheißdreck, per Favore! Ohrfeige oder was? Wo ist der Balustrado? Was? Balestero, Signore, scusi? Leckarsch, Spaghetti, was ist hier los? Und Erdnüsse gibt's auch nicht mehr? Porco dio cane! Santo Benedetto, Hundesohn!

Das war dann so ziemlich das Ende der Spaßgesellschaft. Der Rest ging mehr oder weniger unter in tragischen Gesängen, Lamentos, trostleer hinuntergespülten Carpaccios und öltriefenden Fischgerichten aus heilbuttähnlichen angeblichen Fangprodukten, oft mit Oliven angefüllt und mit Parmigiano überstreuselt - aber das half ja nix mehr. Florenz ist praktisch tot. Und die Buckel und Gräben ringsum, ja lieber Gott, alles voller Spitzbäume, Pinien, Oliven und Schrottwein aus Wasserperlen - das gibt's auch in Österreich. Wah!

Florentinischenaechte

Urlaub? Urlaub ist hier: bei den Wirren in den Blogs. Da muß der zentnerschwere Fachmann bleiben. Nicht drunten bei den südlichwuseligen Hagerländern mit ihren Sixpacks von Bauch und anschattierten metrosexuellen Dreitagebärten, aus denen ekelsüßes Ferraristigesülze trieft. Pah!

Sackzement. Schön, wieder hier zu sein!

05. Juli 07

Toskana für Weggeschrittene, Teil 2

Briskollwerman[E.S.] Es hat ja garkeinen Sinn, obwohl man heute eher sagt, es macht ja garkeinen Sinn und selbst das könnte man einfach abkürzen, indem man sagte, es ist sinnlos, lange drumherumzureden: die Toskana-Reise war ein Flop. Gut, wir sind wieder hier und erfreuen uns, soweit möglich, rechtschaffen ordentlicher Gesundheit, ich. Jedoch, dies muß resümiert werden: die Toskana ist auf dem besten Wege immer weiter hinunterzurutschen, dem fiebrigfalschen Süden zu!  Windmill Will heißen: Herrn Dr. Briskoll fehlt ein 3hundertfuffziger Mercedes 2cV Sechspyloner, eine in Pisa erworbene Vespa Cinzano Quaddro, ein südlich von Pisa erworbenes gebrauchtes altgelbes Hollandrad, fast vierzehntausend Euro an (gottlob ungedeckten) Schecks, unzählige Mengen Bargelds, ein holzüberzogenes Elfenbeinfeuerzeug, der Wagner-Ring zum Gedenken seiner fast verstorbenen Mutter und last but not least: eine Brücke aus Metallkeramik.
Was soll man sagen? Nach so einer Reise kommt man sich vor wie ein Leuchtturm aus Bienenwachs.
Kaum angekommen in Florenz und wohlig umhüllt von Herrn Di Balustrados heimeliger Taverne und noch keine 15 MaiTai alt, lehnte sich Liliputrad Dr. Briskoll mit lang und bequem ausgestreckten Beinen wippend im Stühlchen zurück, die Hände über dem Bäuchlein gefaltet und seufzte "Aaach wie schön ist  Uruguay...", da kippte er auch schon hintüber, ich griff ins Leere, ihm zu helfen, und knallte mit voller Wucht und funkenschlagendem Hinterkopf aufs Pflaster. Ja da war aber Polen offen! Herr Di Balustrado eilte mit fliegenden Fahnen (sagt man so?) hinter seiner goldbestickten Bar hervor und hob mich ächzend wieder auf, mich!, der ich doch nur versucht hatte, Dr. Briskoll wieder auf die Beine zu stellen. Dabei war dieser, man muß es sogar im Nachhinein noch neidlos anerkennen, längst wieder auf ebendiesen Spindeldürren angelangt und grinste mich zwischen den Erdnüssen hindurch scharlachrot schadenfroh an.
Mediday Von diesem Moment an war Dr. Briskoll nicht mehr derselbe.
Der Schlag auf den Hinterkopf, genau auf den Cerberus Zirbensis, wie ich fachsprachlich sehr gern umschreiben würde, befände ich mich bereits wieder ganz am Ort, mußte ihn dermaßen durcheinandergebracht haben, hatte ihn sozusagen komplett aus der Verankerung gerissen, daß er hinfort wie nicht mehr ganz von Sinnen war. Es fing schon damit an, daß er (allerhöchstens 6 MaiTai später) aufschoß, durch die hübschen niedrigen Büsche hinaus auf den Gehweg rannte und um die Ecke verschwand. Ewig später (Slurp! Slurp! Slurp! Chrnk. [Erdnuß!] Slurp!), ich war gerade dabei, unserem Padrone den Wortwitz in Valentins "Ewig währt am längsten" kulturhistorisch nachzuweisen, keuchte er breitestgehend grinsend und mit vor gleichzeitiger Anstrengung hochrotem Kopf  raschelnd durch das Buschwerk, in Uhuru jeder Hand eine prallvolle Plastiktüte hinter sich herzerrend. Er habe soeben das Geschäft seines Lebens gemacht. Riesenradhohe Leuchtbuchstaben flammten an der Innenseite meiner Stirn hoch und begannen wie wild zu rotieren, die winzigkleinen Leute fielen schon schreiend raus und verschwanden aus meinem panischen Blickfeld. Nein, nein, das wär schon so, das gäb's ja garnicht, das wär der Hammer, el hammero, el hammero, das glaube ihm keiner, im Leben nicht, Wahnsinn: "Schaunse ma her, Schmitz!". Er wurstelte eine der Taschen auf und funkelte mich quer durch seine Glasbausteine hindurch verschwörerisch an. Ich will's kurz machen: er hatte seinen Mercedis verschachert für zwei (wennzwar prallvolle, so doch zu welchem Preis!) Plastiktüten voller seltsamer kleiner schwarzer Dinge. "Wissen Sie, was das ist, Schmitz? Da kommen Sie nie drauf! Mann! Zu dem Preis. Wir können morgen wieder nach Hause fahren. Da brauch ich nicht hier in der Toskana herumzuhocken! 38 Kilo praktisch geschenkt. Ich fass es nicht."
Es waren, wie sich später zum Entsetzen aller Beteilgten herausstellen sollte, genau 25 Kilogramm wasserlöslicher  Miniwindmühlen holländischer Produktion, innen hohl(!) und aussen mit minderwertigstem Plexiglas überzogen, kaschiert durch schludrig aufgespritzten Schwarzwälder Hustensaft, bei dem, als hätte es dieses zusätzlichen Elends noch bedurft, das Verfallsdatum schon seit über 7 Jahren abgelaufen war.
Eigentlich möchte ich garnicht mehr daran denken.
Und das war erst der erste Abend. Über uns zog ein Mond hoch wie ein Schweinsdarm voller Buttermilch, so schlecht war mir. 

Vielleicht erzähle ich den Rest auch noch. Andermal vielleicht.

.

MannMannMann. War dasn Ding.

DadaAber bevor der 2. Teil des Reisberichtes hier erscheinen kann, muß im Gesamtinteresse der Forensik all jener gedacht werden, quatsch, auch bedacht sein, porco dio, jenen gedankt werden, die so herzhaft unser gedachten, während des Höllentrips. Also: Danke.

Ganz besonders aber - und das MUSS (!), jener Wundervolligen:

Pumperl






Baci, baci, baci, mia piccola bella - und weg jetzt mit der Absenzius-Depri: die Südsee wogt weiter...

Ettorino
Signature

20. Juni 07

Toskana für Weggeschrittene, Teil I

Toskana_reporte[E.S.] Selbstverständlich haben spontane Betriebsauflüge der Forensik immer ihre höchsteigene Brisanz. Das muss aber im Vorfeld bereits klar sein, sonst federt man sperlingsleicht ruckzuck über sämtliche Grenzen des sogen. Verstandes und kehrt so bald auch nicht mehr zurück.

Briskoll übernahm von Anfang an das Steuer unseres mit frontalroten Wolfram- und Titanplatten vor Flugrost geschützten Mercedes Primawagen 3hunderfuffzig Kupeh und wir blubberten bereits nach einigen Stunden Verspätung mehr oder minder flüssig hinweg. Das liest man ja unten.
Als ich zum ersten Mal aufwachte (Danke, Herr Schoss, Sie hattens perfetto erfasst, es war ein sensationeller Scheißdreck!!!), war es bereitsTossikoeln Köln Stadtmitte und insgesamt eigentlich praktisch zu spät für den tiefen Süden und überhaupt für fast alles...

Viele, viele Stunden später, wir karriolten immerhin doch noch auf das allseits rotierende Autobahnungeheuer Bologna zu und hatten sozusagen permanent die Pest an Bord, da begab es sich, daß Herr Dr. Briskoll in nächster Nachbarschaft unseres Fahrzeugs die Raumstation ISS (mit angedoktertem Schattel), knapp gefolgt von der hellerleuchteten MIR halblinks an uns vorüberziehen sah und durch Aufreißen der Beifahrertür eine Kollision gerade noch rechtzeitig vereitelte.

Es versteht sich natürlich in Anbetracht all dieser Tatsachen nahezu wie von selbst: wir kamen erst einen Abend zu spät in der Nähe von Florenz an, und zwar zunächst  in einer versehentlichen Autobahnausfahrt, die letztlich tief in einem Strickerei-Hinterhof von Prato versickerte, aber immerhin: es gab direkt daneben Herrn Oleg  Szarkow mit seiner kleinen  Branntwein-Vinothek  "Ballabene-Rosticceria" - den wir mit allerlei  Grundsätzlichem, seine Existenz und mehr betreffend,  beglücken durften. Wir überließen ihm zum schmerzvollen Abschied einen Großteil der nicht für Raffinerieprodukte verwendeten Barschaft Briskolls.

Immerhin: es gibt bereits einen wunderbaren Bericht aus Florenz. Besonders FrauDr.vonWelt sollte ihn sich gemächlich vorlesen lassen. Man findet den bei

Freunden des Wahnsinns

und das spart hier jede Menge Platz.

Der nächste Teil folgt, wenn wir wieder können. Falls. Nur falls.

El Ettore

18. Juni 07

Firenze,Vinci,Pisa + der ganze Scheiß

Firenze_urlaub[E.S.] Das Sauwetter drängt sich ja geradezu auf: also zischn wir ab. Dr. Briskoll hat unglaublich viel Geld übrig für das ganze restliche Jahr - da lassen wir jetzt doch auch mal was in den Süden sausen. Die paar Kilometers. Grade mal 985 Stück. Heute abend um elf sitzen wir bei Herrn Di Balustrado  schräg vor Santa  Croce und hantieren mit massenweise MaiTais umeinander, dass es eine Freud' haben wird. Garantiert.

Und wenn alles klappt und der Schleppmeier funxioniert, gibts auch Texte direkt aus unserem kleinen Weingütchen (unserer Filiale) in den Hügeln über Florenz. Aber all das bleibt erstmal abzuwarten...

Ciao ragazzi...

So. Nicht rechtzeitig fortgekommen und dann das noch und das hätte was ganz anderes werden sollen, aber das bleibt jetzt. Banal und eigentlich wie immer:

14. Mai 07

Spaziergang im Licht

Spazieriengehenen[E.S.] Gut, bzw. eigentlich eher schlecht: das Wetter gestern war nicht gerade so, wie die internationale Klimamischpoke es für den Weltuntergangsbeginn gerne vermeldet, aber wenn mal geklärt ist, daß sowieso alles auseinanderfliegt, dann ist ja auch wieder jedes Wetter dazu recht. Dr. Briskoll, mein Vorzugsignorant, lud mich ungeachtet der feuchtmilden Umgebungsbrisanz zum Sonntagsflanieren ein und ich muß sagen, ich habe es kaum bereut, bis heute nicht! Na ja, das Ende kam ein wenig heftig und das kam dann ungefähr wie folgt.

Das Wichtigste am Spaziergang ist ja, daß man aus der Lethargie heraus den Gesamtorganismus in einen gewissen schwungvollen  Bewegungsablauf hineinversetzt. Dr. Briskoll ist da begnadet, er unterschreitet den "Grenzwert des Mannes" (177 cm) zwar nur knapp, aber genug, um unablässig im Leben herumzuirisieren wie ein angebrannter Flatulus (falls das überhaupt ein weiteres gültiges Schwesterwort zur Flatulenz darstellt, ich hab null Ahnung parat). Männer unter Grenzwert neigen zu schier unglaublich iltishafter Wuseligkeit mit eingebauter Bockleiter und sind so umtriebig, daß man sich fruchtlos fragen muß, was der Herrgott sich bei sowas wohl gedacht haben mag.

Dr_briskoll_nachjanssen Briskoll plant immer weiträumig voraus, so weiträumig, daß man ihm nur schwer zu folgen vermag. Nach seinem Tod, den er aufgrund ausgiebigen Selbststudiums auf etwa mit 89 Jahren festgelegt hat, möchte er zunächst mindestens 3 Monate einfach mal Ruhe haben, bevor er sich dann nagelneu orientiert. Auch sexuell ist er nicht mehr überzeugt, daß danach alles beim letztlich unbefriedigenden alten bleiben muß. Das kann man nachvollziehen, wenn man bedenkt, daß Dr. Briskoll seit fast 5 Jahren ein Verhältnis mit einer weitaus älteren, allerdings verheirateten Dame pflegt, die sich seinetwegen aber niemals scheiden lassen würde, dagegen spräche allein schon sein wenig überzeugender Bekanntenkreis.

Manchmal fürchte ich ja in obenerwähntem Generalzusammenhang geradezu um die Zukunft der Grande Nation unter dem neuen, angeblich etwas dögolesken Herrn Zarkossi (?), der ja von der Größe her eher ideal geeignet wäre, einen kleinen KFZ-Ölwechselbetrieb zu eröffnen, denn eine Hebebühne wäre da ja schon mal nicht nötig; was wird ein solcher Männleinmann wohl anstellen mit einem Volk, das x-mal größer ist als er selbst mit seinen 72 Zentimetern lichter Höhe ohne Einlagen? Da geht's bestimmt rund künftig, da pfeift der Wind, das scheint gewiss! Aber Dr. Briskoll und ich interessieren uns ja nicht für Politik, schon garnicht für so unglaublich große.

Kunst und Wissenschaft, das sind unsere Gebiete. Und selbstverständlich treffen wir mit nahezu tödlicher Sicherheit im kleinen spätitalienischen Eiscafé im heimlichen Penthouse  Herrn Strachatzki, den zum Hinknien höchstattraktiven Kunstkünstler in seinem sahnefarbenen Eiskremanzug. Er muß unglaublich viele starke türkische Zigaretten (oft gleichzeitig!) rauchen, seit er sich verbotsbedingt (man neigt in Deutschland ja zu vorauseilender Gesetzesübererfüllung bei gleichzeitiger Kinderarmut) nur noch in Biergärten aufhalten kann. Strachatzki ist am frühen Nachmittag schon fein beschwingt und lächelt verträumt dem Duft vergangener Welten nach, dem er ums Verrecken nicht mehr entkommen könne, seit ihn eine bildhübsche "Erleuchtung" nächtens in glitzernden Träumen als akkordeonsäuselnde Vollmuse zu umsehnen pflege. Ein sympathischer Träumer, der Kerl (186 cm, genau wie ich!) zu dem wir uns gerne auf ein paar Mai Tai gesellen. Leider haben wir nicht lange Glück: schon nach der fünften, es mag auch die siebte Runde gewesen sein, haut es direkt neben unserem Tischchen  mit solch ohrenzersetzender, eiscafeseligkeitsbeendender Wucht eine Reihe blecherner Spindschränke ins berstende Trottoir, aus deren aufknallenden Türchen sich  Hunderte und Aberhunderte von angebissenen Frühstücksbrötchen, Thermoskannen und  Pauliaktfotos   über uns ergießen, daß uns noch auf dem überstürzten Heimweg die Cocktails im Magen vibrieren. Scheiß asiatische Fluglinien mit ihren verfluchten Cockpitabfällen!!!