Bin ich zurück oder was?!
[E.S.] Gute Güte: in einem Mätzedis 3Milliarden GLX Vollautomatix durch die herbstlichen Italo-Weinberge brettern und Melonen schneiden: das hat was! Wenn das unser lieber Dr. Briskoll miterleben hätte können - man hätte ihn fuxschwanzgleich in Streifen an der Antenne mitwedeln lassen wollen. Aber nein: der Herr mußte ja zuhause in der Forensik verweilen, ins Edafon verkrallt fast, angeblich wegen zu erwartender Notfälle in den Zwangs-Abteilungen Nuehmingen, Waibstadt oder bei der täglichen www.bierlieferung.de - bittesehr! Dort allerdings ist nichts passiert. Gar nichts, jedenfalls nichts von Belang für Sie, Herr Briskoll, falls Sie dies lesen!
Ja, was soll man berichten von einem solch irrlichternen Urlaub? Man weiß nix mehr. Ich hatte ja Stephan Sulke dabei, allerdings auch sein Kalvier, wegen der Musik, und wir haben bereits Millimeter jenseits der Abfahrt, des Starts sozusagen, wonniglich tremoliert, allerdings in Moll, Stephan Sulke ist ja hauptsächlich Tragöde, wenn er nicht raucht, was ich ihm selbstverständlich während der Wachphasen untersagen mußte, aus partiellärztlicher Sicht. Schön war das. In Innsbruck ging zwar schon das erste Fässlein Wein aus und kehrte hienieden auch nie wieder zurück, aber wir schufen Möglichkeiten. Bereits in Modena mußten wir dann vor ausverkauftem Haus genau aus diesem Grunde unser Konzert zu Ehren des verblichenen Großtenors Pavonarotti absagen, ließen es dann schließlich doch noch knapp auf eine Verhaftung ankommen, teils wegen nächtlicher Vorkommnisse im Garten der "Taverna Risti", teils weil ich Stephan vor einer Horde reflexivsarkastisch gewordener Ferraristi-Dam retten mußte, die ihm die Unterhosen über die Ohren ziehen wollten, "nur so", wie sie meinten, "aus Unlust!" Modena ist ein Drecksnest geworden. Aber Bozen hat die Trümmer abgekriegt. Ungerecht eigentlich. So ist Italien halt. The best buy first, wie der Angelsachse spricht, die Pest stirbt nie.
Florenz ging dann komplett unter, wie immer. Mir schien, ich hätte Herrn Maestro Hammersteyn in der Krypta meiner geliebten Santa Croce gesehen, aber es war wohl nur der verwischende Schemen eines Bauhüttengeistes (45 Vol%). Und damit begann auch das eigentliche Unglück, das ich kurzfassen mag, kurz genug jedenfalls, um nicht hernach noch in Tränen zu zerspritzen. Stephan wollte seinen Flügel, ab 11 Uhr morgens wurde aus dem abgewetzten Kalvier durch Übersprungshandlungen (32 Vol%) nämlich meist ein tiefschwarzer Steinway aus Vollholzimitat, und sauschwer dazu(!), in die Damtoilette der Uffizien schaffen, wo er sich dann zigarettenschwingend und schwerstmelancholisierend drüberlehnen wollte und "Uschi mach keen Kwatsch" hauchen - aber die haben ja montags Ruhetag, was ich klammheimlich übermäßig stark begrüsste. Wir verfügten uns dann im flammenden Furor der Morgensonnen zwar Richtung Herrn Di Balustrados segensreicher Schankwirtschaft im Schatten der Bibliothek, ständig dieses bescheuerte aber gottlob wieder zum Kalvier geschrumpfte Geflügel auf dem schwankenden Hubwagen (im Bahnhof geklaut!!) hinter uns herzerrend und da passierte das wirklich Entsetzliche. Das Allerallerentsetzlichste! Wieviele Stunden, Tage, Wochen und Wasweißichnoche habe ich schon im Schatten von Di Balustrados Straßenrandbüschlein giftgrüne Maitais aufgesogen und im Zuge der dadurch begründeten Vitalisierungen Bände voller Neutralprosa ins Nirwana zerfaselt: Pächterwechsel! Pächterwechsel! Di Balustrado gibt's nicht mehr. Mai Tai? Scusi, Signore, MaThei? Mataxi? Metexas? Habens wirs nix auf Carta. Campari per favore? Ja Scheißdreck, per Favore! Ohrfeige oder was? Wo ist der Balustrado? Was? Balestero, Signore, scusi? Leckarsch, Spaghetti, was ist hier los? Und Erdnüsse gibt's auch nicht mehr? Porco dio cane! Santo Benedetto, Hundesohn!
Das war dann so ziemlich das Ende der Spaßgesellschaft. Der Rest ging mehr oder weniger unter in tragischen Gesängen, Lamentos, trostleer hinuntergespülten Carpaccios und öltriefenden Fischgerichten aus heilbuttähnlichen angeblichen Fangprodukten, oft mit Oliven angefüllt und mit Parmigiano überstreuselt - aber das half ja nix mehr. Florenz ist praktisch tot. Und die Buckel und Gräben ringsum, ja lieber Gott, alles voller Spitzbäume, Pinien, Oliven und Schrottwein aus Wasserperlen - das gibt's auch in Österreich. Wah!
Urlaub? Urlaub ist hier: bei den Wirren in den Blogs. Da muß der zentnerschwere Fachmann bleiben. Nicht drunten bei den südlichwuseligen Hagerländern mit ihren Sixpacks von Bauch und anschattierten metrosexuellen Dreitagebärten, aus denen ekelsüßes Ferraristigesülze trieft. Pah!
Sackzement. Schön, wieder hier zu sein!













Köln Stadtmitte und insgesamt eigentlich praktisch zu spät für den tiefen Süden und überhaupt für fast alles... 
Letzte Kommentare