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Oktober 2007 Artikel

29. Oktober 07

Lesung - BACKSTAGE

Fehlerlesung[E.S.] GuteGüte, was für eine Lesung, die allerdings, warum es verschweigen, erst möglich wurde, nachdem  Herr Phil diese ganze Zigarettenproblematik im Hof des Ginsheimer Kurhauses, dessen Erfinder er übrigens ist (früher hieß es ja Kurshaus), in den Griff bekommen hatte und auch das nur, weil der Hof irrsinnig hoch ist und womöglich daher nicht imstande ist, minütlich wiederkehrende Besucher zu identifizieren und gegebenenfalls zu sperren. Immerhin konnte man in den kurzen Phasen seiner innerhäusigen Anwesenheit erfahren, daß Herr Phil fast am Kurhaus vorbei und pfeilgrad in das träge dahinsiechende Gewässer gefahren wäre, hätte er nicht im letzten Moment die raucher-affine Höhe des Hofes im Rückspiegel erkannt und mit einen sehenswerten (wenn es denn  jemand gesehen hätte, so sind wir leider auf die Berichte von Herrn Phil angewiesen, die er im Hinausgehen zu einer Raucherpause kurz über die Schulter warf) Heckschlenker revidieren konnte.
Ansonsten bleibt mir nicht viel zu erzählen über die wunderbare Lesung, bei der es eigentlich nur Gewinner gab und in den Pausen ein wenig zog wie Hechtsuppe, weil Herr Phil im Hof irgendwelchen wie auch immer gearteten Verrichtungen nachging und kaum die Türen hinter sich zuzog. Meine göttinnengleiche FrauvonWelt hatte mich bereits im Vorfeld mehr als atemlos gemacht durch eine sehenswerte Vorführung im freien Flug durch mehrere Dimensionen hindurch bis hinab ans Ende der Treppen. Was für ein virulentes Weib im knappen Wams! MannMannMann, warum ist man immer so alt?
Die ebenfalls anwesenden Herren Jacken-Scheibnererster , Hochwasserstock-Fischwaren und der liebenswert skurrilskeptische  Hammondorganist und Augendiagnostiker Oliver mäanderten zwar in lichten Höhen über jeweils mindestens 2 Metern umher, waren aber durch sich selbst zu sehr vom Rauchen abgelenkt und mußten daher unendlich viele Gruppen- und Einzelgespräche lostreten, denen zu folgen aber nur wenigen vergönnt war. Vielleicht sind sie aber auch Nichtraucher. Wer weiß das schon?
Froin Wasserwerksbesitzerin Stubbornita (New York/Schweiz) incl. Dr.RP (Halbmarathon), die sicherlich mit 6 Mio km die weiteste Reise hinter sich hatten und dann im Hof noch von einem einzelnen Raucher offenbar durch irrwitzige Erzählungen über Nahezu-in-den-Rhein-Fahr-Katastrophen von ihrer ansonstigen schweizerredlichen Rechtzeitigkeit abgehalten wurden, knallten mit letzter Kraft einen Sack Schoki auf die weinspritzende Theke und legten sich dann stundenlang zum Lachen übereinander quer über mehrere Stuhlreihen, gottlob aber so, daß sie Herrn Phil nicht behinderten, der seinerseits nur mit größter Mühe und sehenswerter Körperbeherrschung vermeiden konnte, bereits während der Lesungen den Hof aufzusuchen um nach dem Rhein zu sehen bzw. sein Glück zu feiern, ihn gerade noch so verfehlt zu haben bei der Suche nach dem Kurhaus. Wie überhaupt auffiel, daß Herr Phil sehr gerne mal ein winzigkleines Zigarettchen raucht. Pafft eher, der Rauch kann ja die Lunge zum Glück garnicht erreichen, weil er  ja während des Rauchgenusses auch sehr viel erzählen muß, zum Beispiel, wie er mal in Ginsheim fast in den Rhein...
Ansonsten habe ich natürlich von der Lesung nicht viel sehen können, Herr Schoß war allerdings gottgleich grandios in Anmutung und Gesamtgewese und nicht erst, wie man vorher hätte vermuten können,  nach dem Genuß  der von Herrn Weinmarschall Cordier aus dem Nichts hervorzelebrierten wundervollen Spezialgewächse, sondern schon währenddessen.

Ich selbst habe allerdings von meinem eigenen Part leider nichts mitbekommen, das Gegenlicht der von Herrn Schoß installierten Laserkanonen war viel zu stark und schmolz fast den Kitt aus meiner Brille. Vielleicht gibt es ja wenigstens bei  ihm, dem neubenamten Mäandertaler Schoß ein paar (bewegte??) Bildlein zu sehen? Schöner wär das, als hier trockene Worte zu schwingen.

Herzlichst
Ihr
Ettore Schmitz

28. Oktober 07

Wundervolle Gäste = Feinste Lesung!

Lesungkurshausginsheim

Mehr darüber sicher in Kürze. Hier sicherlich und gewiß auch  anderswo!! Jetzt ist erst mal ziemliches Aufräumen in der Forensik angesagt, GuteGüte. Die Welt bleibt ja nicht stehen nur wegen einer tollen Lesung: Dr. Briskoll war bis an die Grenzen seiner ohnehin inexistenten Leistungsbereitschaft überfordert, gegen 20.00 Uhr wurden hier zwei hypersensibel gewordene Bahnstreikner mit akuter nässender Regionalschwäche und scharfriechender Paranoia angekarrt, in Streikmäntel aus Orangenschalenimitat eingewickelt. So kann's ja nun auch nicht gehen! Aber der olle Schmitz kümmert sich um alles.

Herzlichst
Ihr Ettore

27. Oktober 07

Auf zur Kur nach Ginshaus!

uf zur Heutegeschlossen

26. Oktober 07

Frau Nuehm: greifen Sie ein!

Annanuehmfussballfrieden[E.S.] Liebe Schwester im Geiste, Nuehmchen, MannMannMann, es wird jetzt ganz eng! Deshalb brauche ich heute noch unbedingt Ihre Hilfe oben auf dem Tavoli. Dem  Tafelberg, wie heißt er denn? Sackzement, wenn man doch nur Ahnung hätte vom Fußball, gerade heute. Aber wie soll man, der man ja aus dem feuchten Sport kommt und in den späten Sechzigern immerhin Nordbadischer Meister im Hallen-Einzelsynchronschwimmen war (das wissen wir doch alle schon, hoffentlich!), wie soll man da einen Elfmeister von einer Blutkrätze oder einem Abseitsfoulpelz unterscheiden? Das geht ja garnicht.

Aber trotzdem: mein ehemaliger Nachbar und jetziger Vereinskamerad, der Hopp's Dietmar, den Sie ja auch heute in Ihrem geschätzen Blog erwähnen, liebes Frollen Nuehm, deshalb fiel's mir ja alles wieder siedend heiß in die Suppen, ein ganz liebenswerter Philantrop übrigens, auch wenn alle Welt auf ihm rumhackt, der ist ganz arg segensreich für allerhand, aber das nur nebenbei: dem und mir gehören ja unsere Fußball-Buben aus Hoffe sozusagen, dank Zuwendung und gemeinsamem Aufwuchs im Kraichgau. Das ist ja dicker als Luft!  Und jetzt kommt's: die kicken heute abend bei Ihnen vor der Haustür, Nuehmchen, mein Liebes, und da droht Krawall!!!

Dalaifussball Sie müssen was tun, Anna,
rasen Sie heute abend rauf auf Ihren Tavola, oder wie der Bolzplatz heißt, und verhindern Sie das Schlimmste! Wir können doch nicht zulassen, daß sich unsere Buben da die Leibchen zerfetzen, die Zuschauer einander mit Nudelgehölz verdreschen oder gar vor aufgestacheltem Unmut detonieren. Im Namen von was weiß ich, Ernst Mosch oder da auf dem Bild, dem Herrn Gandhi oder meinetwegen auch von Manfred Tse Tung, wichtig ist ja nur: abwiegeln, ausgleichen, beruhigen. Sie machen das schon, Anna, ich kenne Sie doch. Einfach Ihren Liebreiz schwingen lassen, wenn die Herrschaften anfangen, aufzukochen, und Seligkeit verbreiten, so wie in Ihrem Blog. Und haben Sie bitte ein besonders waches Auge auf meinen Nachbarn, den Sturtzkötters Manni, der fährt im Fanbus mit und kann sich eh kaum wehren, hat ja links nur noch einen Arm, damit uns der gesund und munter wieder nach Hause kommt, wo ihn leider nicht mehr viel erwartet, seit seine Mutter vor Kummer über den Verlust ihres Mannes verstorben ist, aber muß er deshalb auf dem Felde in Aachen bleiben. Nöö, ne?

Einach alles etwas dämpfend begleiten, Nuehmchen, Calm down, die hard  Leut. Mehr brauchts ja garnicht. Aber das brauchts halt.

Und natürlich ein 2 zu 1 für Hoffe.
(Ist Ihnen ja auch recht, als eigentlicher Saalännern, gell?)

Fühlen Sie sich embarassiert
von Ihrem
Eckstoff E. Schmitz

25. Oktober 07

Bilder-Exhibition auf dem Forensik-Flur

Gescheiterteexhibition [E.S.] Schade, Schade, Schade muß man sagen. Unsere geplante  wunderhübsche und reichhaltige Exhibition schöner Kunstwerke, teils aus eigener Jugendproduktion, teils aus dem Alterswerk, von langer Hand und teilweise auch mir selbst geplant, muß ins Wasser fallen bzw. ist es bereits. FrauDrMadameDeWelt, von unserem stets durch überbordende Lüsternheit getriebenen Hauptignoranten Dr. Briskoll für die akkordeoneske Untermalung der Vernissage vorgesehen, befindet sich auf einem mondapfelinitiierten Trip durch die fettverarbeitende Industrie von Paris und - mal ehrlich - ohne ihre brachialkonzertanten Auftritte brauchen wir uns einer wie auch immer gearteten Ausstellung erst garnicht zu stellen!
Aber auch Briskoll selbst, dieser maximaluntaugliche Extremignorant, muß seit dem Eingang dieser Hiobsbotschaft in der gestrigen Spätnacht strengste Gesamtruhe wahren, ich habe ihm Schwallschwitzen nach Dr. Walter Waßmuth angeraten, gefolgt von einer kleinen Familienaufstellung nach Hellinger, die bei Briskoll sicher enorm kurz ausfallen kann, er ist seit dem Tod seiner Familie ja Vollwaise und kann aufgrund der durch diesen Schock verursachten Anamnese ja ohnehin garnicht für eine Familienaufstellung (außer unter Hypnose, die verträgt er aber nicht, da wird er innerhalb von Sekundenbruchteilen hypochondrän und muß spucken, der Ignorant!) zur Verfügung stehen. Diesbezüglich haben wir uns also völlig unnötige Sorgen gemacht.
Wobei allgemein natürlich zu sagen ist, daß Familienaufstellungen höchst lehrreich und hilfevoll sein mögen, richtig angewendet können sie sogar bis zu 15 Gastronomiebesuche (mit Verzehr!)  ersetzen, wenn man  zumindest die alkoholischen Getränke selbst bezahlt, was aber kein Problem darstellen sollte, wenn man Günstiggastronomie präferiert, wo ein Obstler immer noch 1 Euro kostet, maximal 1,5.
Um nun nicht ganz die kollossal hochgeschnellte Erwartungssystole der Leser zu kappen, hier mindestens mal ein schnelles Einzelbild aus Frühzeiten, damit man sich vergegenwärtigen kann, was alles möglich gewsen wäre, hätte Briskoll, dieser elendige Ignorant, sich nicht von einer einzigen ungünstigen Nachricht derart derangieren lassen, daß es auch im Nachhinein noch der Sau graust. Aber was will man machen, Familienauftsellungen sind ja mit ihm nicht möglich. Soviel ich weiß. Das ist natürlich auch ein gewisses Zeichen von Ignoranz, Sackzement. Bitteschön:

Selbstbildnisfruehschmitz




Ja, das wäre was gewesen. Aber so?

Herzlichst

Ihr Ettore Schmitz

23. Oktober 07

Seniorinnengespräche....

Selbsterkenntnisse



Herr 500Prinzen: Sie wissen schon - man hört nur mit dem Lautsprecher gut.

Zum Verrücktbleiben....

Urinoeses_steinmaterial[Bri] Es ist schon wieder passiert. Im Hof der Forensik gratis abzuholen: gut und gern rund 2 Zentner tiefgefrorene Urinalsteine (Waldmeistergeschmack) der Marke "Tsingtau Fresh". Obacht: glühen noch! (Cockpit-Entsorgung 6000 m.) Einfach nach Dr. Briskoll fragen.
Bitte nicht Herrn Schmitz damit behelligen. Er wurde am Ohr gestreift und ist noch nicht wieder ansprechbar, so brüllt und tobt der rum. Unglaublich. Woher kennt der Mann solche Ausdrücke? Habe ihn bisher immer für sehr gefaßt und versammelt gehalten. Aber heute?!

Briskoll


19. Oktober 07

Toskanische Reisereste

Ganzwichtich[E.S.] Wenn man's wirklich will und dann auch noch kann, dann kann man von Florenz aus Richtung Meer gondeln und kommt womöglich (je nach Ladung) irgendwann auf halber Strecke zum schiefen Turm rüber erst mal nach Montecatini, von dem hier aber nicht bzw. nur kaum die Rede sein soll, obwohl ich dort oben, in Alto, was ja faktisch die Altstadt dieses seltsam ruchlosen Hallenbaddörfleins ganz oben auf dem Hügel ist, darstellt gewissermaßen (und riiiecht,bä!) ich mal dermassen verblüfft war, daß mir's heute noch nachdenkt. Weil: das geht so steil zu, auf diesem bucklig gefliesten Marktplatz da droben, so schräg (und hoch, für die Toskana jedenfalls, fast schon über der Luft!) daß man die Weinflaschen nur mit zwei aufeinandergestellten Zigarettenschachteln in die Waagrechte zwingt, aber mach das mal frühmittags, noch fast ohne Zielwasser, so eine Sauerei und dann fliegt man raus, ein, zwei Tischlein kippen zu Boden und allesamt der Schwerkraft anheim, vergißt das Auto und schreitet quer durch die Weinberge in scharf aufgezwungenem Tempo schlangenartig wieder bis unter die Luft hinab, was schon mal von Vorteil ist, aber dann hat man ja plötzlich, wie nach dem Krieg, da hatte man ja auch nichts. Und das Auto? Keine Ahnung. Oben über der Luft vergessen. Scheiß Zigarettendiskriminierung! Sowas erinnert, auch wenn man längst  die ultima sigareta hinter sich hat, aber die Sauerei, das Kippen, Splittern, Gesudel, italienisches Geschrei, man versteht ja kein Wort mehr!, und das hochkante Hinausfliegen über den schrägen, weinschlüpfrigen Marktplatz, fast sattelschlepperbreit (Schoß!) hochkant gestellt, wegen der Höhe und der Enge, wegen dem ganzen wackeligen Scheißkaff, was müssen die das da oben kurz unter den Himmel klatschen, nicht mal kardanisch, und dann volle Schwerkraft ins Tal, Mann, immer runter, sowas prägt einen Menschen ja tagelang!

Aber ich wollte ja heute davon erzählen, daß man schon längst vorher, vor diesem bescheuerten Schrägmontecatini, noch innerhalb der normalen Lufthöhe über Normalnull, da schleudert man im Allgemeinen und im Grunde unabdingbar nach Vinci hinein und das Paradoxe schon jetzt gleich: das kleine Kaff wurde nicht etwa nach dem berühmten Schlaumeier so benannt - sondern der nach dem Kaff, das wäre ja bei uns nie möglich, da heißt es die "Kennedy-Stadt-Berlin" oder die "Mozart-Stadt-Weimar" usw.!Leonardo_da_vinci Gut, man trifft ihn ja jetzt nicht mehr persönlich an, den Leonardo, der ist ja schon 500 Jahre her, aber sein Zeugs! Herrgottnochmal, was hat der Bursche da alles für Krempel zusammengeschraubt und gebastelt. Flugzeuge, die nie flogen, Fahrräder, die keine Kurven machen konnten, alles ohne Gummiräder oder Verbrennungsmotor oder zumindest Strom: lächerlich! Das konnte ja nix werden. Wenn man sich das heute überlegt: da hat der wirklich geglaubt, er wäre eines der größten Genies gewesen, ha!ha!ha!, da lach' ich ja. Panzer aus Holz (!!) und Taucheranzüge aus Baumwolle (!) mit Schilfrohren statt Propangasflaschen! Aufzüge, bei denen Ochsen und Pferde irgendwelche Holzgestelle hin- und herschieben mussten, das kann ja alles garnicht funktioniert haben ohne Strom oder mindestens Kernkraft. In diesem Museum da drom in Vinci, da stellen sie voller Stolz und für teuer Eintrittsgeld das ganze Trümmerzeugs aus - eine einzige Lachplatte! Fast schon tragisch, all die ganzen traurigen Versuche dieses Leonardo, von denen kein einziger mal richtig ins Rollen kam, so viel Losertum auf einem Fleck! Und dann: die angeblich so geniale Mona-Lisa! Ein Foto! Steht ganz klein sogar drunter "Copyright Atelier Luigi Barlessi, Prato" - die glauben, man sieht das nicht! Das ist ja auch so eine Südländer-Eigenart, je tiefer man da runter kommt, sich in diese Gefilde da hineinjunglieren lässt, desto tiefer ist auch die Infamie dieser kleinen Leute unterhalb ihrer schwarzblitzenden Fettfrisuren, mit Brisk- und Olivenölpfoten zurechtgeklatscht, um Köpfe herum, in denen es unablässig brummt und summt, wie man uns Nordleute am besten ordentlich einsalzt und unsere Dam so einlullt in südliches Gewusel, daß am Ende allen die Contenance parallel zum Bargeld abhanden kommt und keiner wills gewesen sein. Ich habe mir eine "original Da-Vinci-Wand-Uhr" aus Vollholz zugelegt, zulegen lassen eigentlich, mit Zahnrädern drin aus Pappmachee und Büroklammern, beim Aufhängen hat sie mir gleich final ihr verdammtes Innenleben über die Schlappen gekotzt - aber andererseits kann man auch nicht viel sagen, bei 150 Eurotten für ein Original bittesehr per favore prego! Bin ich letztlich ganz zufrieden.  Wollte ich nur mal noch kurz erwähnen. Auch Ihr lernt ja nie aus, auch wenn Ihr Euch immer so gebärdet, als ob längst alles klar wäre. Nix is!

16. Oktober 07

Bin ich zurück oder was?!

Tageaussachen[E.S.] Gute Güte: in einem Mätzedis 3Milliarden GLX Vollautomatix durch die herbstlichen Italo-Weinberge brettern und Melonen schneiden: das hat was! Wenn das unser lieber Dr. Briskoll miterleben hätte können - man hätte ihn fuxschwanzgleich in Streifen an der Antenne mitwedeln lassen wollen. Aber nein: der Herr mußte ja zuhause in der Forensik verweilen, ins Edafon verkrallt fast, angeblich wegen zu erwartender Notfälle in den Zwangs-Abteilungen Nuehmingen, Waibstadt oder bei der täglichen www.bierlieferung.de  - bittesehr! Dort allerdings ist nichts passiert. Gar nichts, jedenfalls nichts von Belang für Sie, Herr Briskoll, falls Sie dies lesen!

Ja, was soll man berichten von einem solch irrlichternen Urlaub? Man weiß nix mehr. Ich hatte ja Stephan Sulke dabei, allerdings auch sein Kalvier, wegen der Musik, und wir haben bereits Millimeter jenseits der Abfahrt, des Starts sozusagen, wonniglich tremoliert, allerdings in Moll, Stephan Sulke ist ja hauptsächlich Tragöde, wenn er nicht raucht, was ich ihm selbstverständlich  während der Wachphasen untersagen mußte, aus partiellärztlicher Sicht. Schön war das. In Innsbruck ging zwar schon das erste Fässlein Wein aus und kehrte hienieden auch nie wieder zurück, aber wir schufen Möglichkeiten. Bereits in Modena mußten wir dann vor ausverkauftem Haus genau aus diesem Grunde unser Konzert zu Ehren des verblichenen Großtenors Pavonarotti absagen, ließen es dann schließlich doch noch knapp auf eine Verhaftung ankommen, teils wegen nächtlicher Vorkommnisse im Garten der "Taverna Risti", teils weil ich Stephan vor einer Horde  reflexivsarkastisch gewordener Ferraristi-Dam  retten mußte, die ihm die Unterhosen über die Ohren ziehen wollten, "nur so", wie sie meinten, "aus Unlust!" Modena ist ein Drecksnest geworden. Aber Bozen hat die Trümmer abgekriegt. Ungerecht eigentlich. So ist Italien halt. The best buy first, wie der Angelsachse spricht, die Pest stirbt nie.

Florenz ging dann komplett unter, wie immer. Mir schien, ich hätte Herrn Maestro Hammersteyn in der Krypta meiner geliebten Santa Croce gesehen, aber es war wohl nur der verwischende Schemen eines Bauhüttengeistes (45 Vol%). Und damit begann auch das eigentliche Unglück, das ich kurzfassen mag, kurz genug jedenfalls, um nicht hernach noch in Tränen zu zerspritzen. Stephan wollte seinen Flügel, ab 11 Uhr morgens wurde aus dem abgewetzten Kalvier durch Übersprungshandlungen (32 Vol%) nämlich meist  ein tiefschwarzer Steinway aus Vollholzimitat, und sauschwer dazu(!), in die Damtoilette der Uffizien schaffen, wo er sich dann zigarettenschwingend und schwerstmelancholisierend drüberlehnen wollte und "Uschi mach keen Kwatsch" hauchen - aber die haben ja montags Ruhetag, was ich klammheimlich übermäßig stark begrüsste. Wir verfügten uns dann im flammenden Furor der Morgensonnen zwar Richtung Herrn Di Balustrados segensreicher Schankwirtschaft im Schatten der Bibliothek, ständig dieses bescheuerte aber gottlob wieder zum Kalvier geschrumpfte Geflügel auf dem schwankenden Hubwagen (im Bahnhof geklaut!!) hinter uns herzerrend und da passierte das wirklich Entsetzliche. Das Allerallerentsetzlichste! Wieviele Stunden, Tage, Wochen und Wasweißichnoche habe ich schon im Schatten von Di Balustrados Straßenrandbüschlein giftgrüne Maitais aufgesogen und im Zuge der dadurch begründeten Vitalisierungen Bände voller Neutralprosa ins Nirwana zerfaselt: Pächterwechsel! Pächterwechsel! Di Balustrado gibt's nicht mehr. Mai Tai? Scusi, Signore, MaThei? Mataxi? Metexas? Habens wirs nix auf Carta. Campari per favore? Ja Scheißdreck, per Favore! Ohrfeige oder was? Wo ist der Balustrado? Was? Balestero, Signore, scusi? Leckarsch, Spaghetti, was ist hier los? Und Erdnüsse gibt's auch nicht mehr? Porco dio cane! Santo Benedetto, Hundesohn!

Das war dann so ziemlich das Ende der Spaßgesellschaft. Der Rest ging mehr oder weniger unter in tragischen Gesängen, Lamentos, trostleer hinuntergespülten Carpaccios und öltriefenden Fischgerichten aus heilbuttähnlichen angeblichen Fangprodukten, oft mit Oliven angefüllt und mit Parmigiano überstreuselt - aber das half ja nix mehr. Florenz ist praktisch tot. Und die Buckel und Gräben ringsum, ja lieber Gott, alles voller Spitzbäume, Pinien, Oliven und Schrottwein aus Wasserperlen - das gibt's auch in Österreich. Wah!

Florentinischenaechte

Urlaub? Urlaub ist hier: bei den Wirren in den Blogs. Da muß der zentnerschwere Fachmann bleiben. Nicht drunten bei den südlichwuseligen Hagerländern mit ihren Sixpacks von Bauch und anschattierten metrosexuellen Dreitagebärten, aus denen ekelsüßes Ferraristigesülze trieft. Pah!

Sackzement. Schön, wieder hier zu sein!