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Mai 2007 Artikel

24. Mai 07

Ober der Unterfläche

Hidsefrai[E.S.] Das ist praktisch wie Gratis-Lebenszeit, nichwahr, so ein heißer Tag, den man mit lieben Mitmenschen am Teich verbringen darf. Teilweise sogar drin.

Das kam ja heute von der Umdrehung der Erde um das Zentralgestirn, ganz klar: da ging's ab wie buchstäblich Schmitz Katz, das hätte man nicht vermuten mögen zur Aufstehzeit Nullnullsechsnull, als alles noch offen war, außer der Grenze zu Sürien. Ich schlendere an solchen Tagen ja gerne quer über den Rasen schräg zum Teich hin, manchmal auch schon frühmorgens, nachdem die Tiere versorgt sind und auch sonst alles egal ist,  und dann  lasse ich dortselbst, am Teich, um den Teich rum quasi, in den angrenzenden Büschen, Rasenflächen, Fliederschonungen, überhaupt halt überall alles so laufen, wie es nun mal will, im Weltengefüge und drüber hinaus. Das tut sehr gut und entlastet das Gesamtgemenge auf das Feinste. Die Leute haben es gern. Unaspiriertes Getue.

So eben auch heute, kurz bevor Planeten und Sterne in ihrem hektischen Gewusel so richtig Vollgas gaben und wieder ihren ganzen angeblichen Klimawechselscheißdreck  aufführten. Die lachen ja drüber - aber 's sind ja wir. Da ist alles lustig. Letztlich. (Auch über dieses Wort lachen sie sich kringelig.)  Zurück zum Thema, wenn's belieben.

Dr. Briskoll stieß schon früh hinzu, allzufrüh eigentlich, wie mir schien: er hatte bereits ein Leuchten um sich wie sieben nackte Nonnen im Frühtau, will heissen, wenn Sie wissen, was ich meine: er kam von der Morgenvisite. Stippvisite eigentlich eher, am Kiosk draußen vor den Toren. Man kennt ja dieses leuchtende Geweih bei den Jägermeistern, die er dort angeblich oft trifft, natürlich hoffentlich nicht genau zwischen die Augen, solch platten Humor präferieren wir hier alle kaum, anfangs. Briskoll war auf Hundertachtzig wegen irgendwelcher politischer Dinge, die sich ihm in der Tageszeitung offenbart hatten. Bürgerbespitzelung durch geruchsfrische geheime Kriminalhunde, verschleierte Personen, die nach Deutschland einsickern und Maschendrahtbomben zerlegen unter heiligen Dämmen - all das Zeug eben, das aber kontrolliert werden muß. Und da irrt Briskoll nun aber womöglich wirklich in seiner Aversion: es muß ja alles kontrolliert werden, wer weiß, wann sonst was passiert sein könnte, bitteschön?!

Und als wir gerade so in die Diskussion darob zu versinken drohten, mit all ihren Hins und Wieders, rollte aus der nicht existenten Notfall-Ambulanz heraus ein   schließlich beserkerhaft karriolendes Vehikulum und stürzte sich mit piepsenden Signalraketen und schleudernden Rotlichtern pfeilgrad in unseren Teich, offenbar um heftigste Rundum-Überwachung bemüht. Roszcyxjxglyx

Aaachgott: Dr. Schoiple, der Gandenlose, Briskoll wurde aschfahl am ganzen Körper und rief mit zagender Stimme "Nö, oder?" hinterher, aber Schoiple konnte nichts mehr hören, zu tief war er schon in der Überwachung und zu widrig die Umstände, um noch auf uns, des Volkes sozusagendes Maul, zu hören:  es musste ja alles kontrolliert werden, auch unter der Wasserstandslinie.  Okay, ich muß zugeben, wir haben uns dann abgewendet, abgewandt fast, von dem Getöse - trotzdem blieb besonders nach dem Wiederauftauchen ein gewisser schaler Nachgeschmack. Denn wir wurden von Dr. Schoiple nach seinem Auftauchen belehrt, daß nunmehr auch die besonders von Briskoll, ich muß das jetzt einfach einmal zugeben, wie im Rausche befahrenen   Engstellen in "Need for Speed II"  (und anderen Rennsimulationen, oh je!) mit virtuellen Radarkontrollen bestückt werden, in aller gebotenen Zeitnähe, meine Herrn!!, selbstverständlich könne man  dann aber die Strafzettel sofort online (auch mit Paypal!)  begleichen, im Sinne bürgernaher Dienstleistung in Zeiten von Secondlife, man wüsste da ja aktuell Bescheid, auch über die anderen Schweinereien mit Kleinstavataren, Pfuideibel!, da denke man an Lynchverfolgung auch über die Monitorgrenzen hinaus, nichwahr, "mein Vietnam ist euer, Volk, verdammichnocheins,  das stehen wir gemeinsam hindurch!". Nichwahr.

Ooch, was haben wir uns dann aber doch noch ins Gras gelegt und abgewartet, was der Tag wohl bringt, fast wie verrückt! Und, ehrlich gesagt, das machen wir jetzt noch. Man hat ja sonst nichts. Gottlob hat sich Briskoll wieder beruhigt, obwohl zwischendurch (typisch!) exakt neben unseren winzigkleinen aber doch letztlich genuggroßen Kräuterfläschlein ein Sack zutiefstgefrorener Pissoirsteine (Waldmeister!) ins Gras fetzte und uns ernsthaft an der Seriosität asiatischer Crews zweifeln ließ, die ihre Cockpitabfälle mittlerweile sogar schon vormittags über unserer Infrastruktur ausleeren. [Zur Beruhigung angemerkt: Quatsch! Mittlerweile war's bereits halb drei und unsere ersten Damen torkelten aus dem Nachtisch übers Feld, weithin Lachkrämpfe schüttelnd über unseren Anblick, so muß das!!] 

Briskoll, dieser pragmatische Ignorant, hat die Dinger dann folgerichtig als Eiswürfel benutzt. Nö, die tiefgefrorenen. Nicht die kreischenden. Allerdings hatten wir ja keine Gläser, man kann sich also vorstellen... Auch nicht schlecht: stoned Jägerwaldmeister . Hat was.

[Nachtrag aufgrund offiziöser NachFRAGE: Nein. Wir rauchen nicht. Wir essen auch keine Kekse. Auch nicht intramuskulär- oder venös. Wir sind Literathurenliebhaber. Das isses!]

14. Mai 07

Spaziergang im Licht

Spazieriengehenen[E.S.] Gut, bzw. eigentlich eher schlecht: das Wetter gestern war nicht gerade so, wie die internationale Klimamischpoke es für den Weltuntergangsbeginn gerne vermeldet, aber wenn mal geklärt ist, daß sowieso alles auseinanderfliegt, dann ist ja auch wieder jedes Wetter dazu recht. Dr. Briskoll, mein Vorzugsignorant, lud mich ungeachtet der feuchtmilden Umgebungsbrisanz zum Sonntagsflanieren ein und ich muß sagen, ich habe es kaum bereut, bis heute nicht! Na ja, das Ende kam ein wenig heftig und das kam dann ungefähr wie folgt.

Das Wichtigste am Spaziergang ist ja, daß man aus der Lethargie heraus den Gesamtorganismus in einen gewissen schwungvollen  Bewegungsablauf hineinversetzt. Dr. Briskoll ist da begnadet, er unterschreitet den "Grenzwert des Mannes" (177 cm) zwar nur knapp, aber genug, um unablässig im Leben herumzuirisieren wie ein angebrannter Flatulus (falls das überhaupt ein weiteres gültiges Schwesterwort zur Flatulenz darstellt, ich hab null Ahnung parat). Männer unter Grenzwert neigen zu schier unglaublich iltishafter Wuseligkeit mit eingebauter Bockleiter und sind so umtriebig, daß man sich fruchtlos fragen muß, was der Herrgott sich bei sowas wohl gedacht haben mag.

Dr_briskoll_nachjanssen Briskoll plant immer weiträumig voraus, so weiträumig, daß man ihm nur schwer zu folgen vermag. Nach seinem Tod, den er aufgrund ausgiebigen Selbststudiums auf etwa mit 89 Jahren festgelegt hat, möchte er zunächst mindestens 3 Monate einfach mal Ruhe haben, bevor er sich dann nagelneu orientiert. Auch sexuell ist er nicht mehr überzeugt, daß danach alles beim letztlich unbefriedigenden alten bleiben muß. Das kann man nachvollziehen, wenn man bedenkt, daß Dr. Briskoll seit fast 5 Jahren ein Verhältnis mit einer weitaus älteren, allerdings verheirateten Dame pflegt, die sich seinetwegen aber niemals scheiden lassen würde, dagegen spräche allein schon sein wenig überzeugender Bekanntenkreis.

Manchmal fürchte ich ja in obenerwähntem Generalzusammenhang geradezu um die Zukunft der Grande Nation unter dem neuen, angeblich etwas dögolesken Herrn Zarkossi (?), der ja von der Größe her eher ideal geeignet wäre, einen kleinen KFZ-Ölwechselbetrieb zu eröffnen, denn eine Hebebühne wäre da ja schon mal nicht nötig; was wird ein solcher Männleinmann wohl anstellen mit einem Volk, das x-mal größer ist als er selbst mit seinen 72 Zentimetern lichter Höhe ohne Einlagen? Da geht's bestimmt rund künftig, da pfeift der Wind, das scheint gewiss! Aber Dr. Briskoll und ich interessieren uns ja nicht für Politik, schon garnicht für so unglaublich große.

Kunst und Wissenschaft, das sind unsere Gebiete. Und selbstverständlich treffen wir mit nahezu tödlicher Sicherheit im kleinen spätitalienischen Eiscafé im heimlichen Penthouse  Herrn Strachatzki, den zum Hinknien höchstattraktiven Kunstkünstler in seinem sahnefarbenen Eiskremanzug. Er muß unglaublich viele starke türkische Zigaretten (oft gleichzeitig!) rauchen, seit er sich verbotsbedingt (man neigt in Deutschland ja zu vorauseilender Gesetzesübererfüllung bei gleichzeitiger Kinderarmut) nur noch in Biergärten aufhalten kann. Strachatzki ist am frühen Nachmittag schon fein beschwingt und lächelt verträumt dem Duft vergangener Welten nach, dem er ums Verrecken nicht mehr entkommen könne, seit ihn eine bildhübsche "Erleuchtung" nächtens in glitzernden Träumen als akkordeonsäuselnde Vollmuse zu umsehnen pflege. Ein sympathischer Träumer, der Kerl (186 cm, genau wie ich!) zu dem wir uns gerne auf ein paar Mai Tai gesellen. Leider haben wir nicht lange Glück: schon nach der fünften, es mag auch die siebte Runde gewesen sein, haut es direkt neben unserem Tischchen  mit solch ohrenzersetzender, eiscafeseligkeitsbeendender Wucht eine Reihe blecherner Spindschränke ins berstende Trottoir, aus deren aufknallenden Türchen sich  Hunderte und Aberhunderte von angebissenen Frühstücksbrötchen, Thermoskannen und  Pauliaktfotos   über uns ergießen, daß uns noch auf dem überstürzten Heimweg die Cocktails im Magen vibrieren. Scheiß asiatische Fluglinien mit ihren verfluchten Cockpitabfällen!!!

03. Mai 07

Wesen in und nahe Teichen

Frauvonplatsch [E.S.] Schmissich , wie ich nun mal bin, schmissich mich heute nachmittag (jaja, unter dem Aufheulen der versammelten Germanisten) haarscharf neben den Gartenteich. Es war nichts anderes mehr möglich: innerhalb  einer blogüberspannend dehnenden Zeitdilatation von nahezu einsteinschen Ausmassen hatte sich darin bereits eine weitere, eher freischwebende Künstlerin aufplatschend breitgemacht, wie Perlen hingen Myriaden  glitzernder Wassertröpfchen  noch träge in der Luft.

Was blieb in Anbetracht solcher Naturgewalten zu tun? Freund und Helfer Dr. Briskoll war in weiter Ferne, abgetaucht quasi, seit Stunden schon völlig ausser Sicht und Gehör - nun ja. Da war guter Rat unerschwinglich: die beiden Dimensionen wollten heute nicht harmonieren, womöglich infolge des nahezu vollen Mondes da oben am Stähnenhimmel, ahah! (Hubert Kah, man grüßt!!!)  oder anderer Unzulänglichkeiten der hiesigen Realitäten blieb mir nix anderes mehr übrig, als ein weiteres, allerdings künstlerisch in höchstem Maße wertvolles Bild zu zeichnen, eines von unzähligen in einer nie stattgefunden Maler- und Tapeziererkarriere. Hach ja. Man driftet ja schließlich in dieser mittäglichen Gluthitze herum - und später auch noch, eigentlich immer, ist quasi schwankend und wankend quer durch die Luftlosigkeit auf und mit diesem sterngesteuerten Wasserball unterwegs -  in erschreckendem Maße auch persönlich abhängig von Gravitationen, klimatischen Wechseln und erregenden Hitzschlägen und hereinplatschenden Phantasmagorien gleichermassen.

Aber vorenthalten kann man diese so entstandene Studie über "Männer, wie sie die Welt nicht braucht" (aber hat), keinem der beiden Besucher dieser Blogosphäre hier. Und ruckzuck neigt sich alles wieder dem Abend zu... besser so, besser so!

Schmitz_zeichnet_herrn

So. Aber nu muß auch wieder gut sein...

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