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April 2007 Artikel

25. April 07

Unsere Exekutive wacht...

Pollezei_abwehr_schild[C.v.S.] Kurzfristig einspringen zu müssen für unseren hier allseits geschätzten Kollegen Schmitz hat natürlich auch was für sich. Ich weiß allerdings nicht genau, was. Das Thema hat er noch kurz angerissen, bevor er sozusagen Hals über Kopf, unseren kleinen Teich haarscharf streifend, zwischen den Büschen verschwunden ist. Ein seltsamer Mensch, dieser Barfußläufer, aber angeblich hoch sympathisch. Na, ich weiß es nicht.
Barbara von Struntzen jedenfalls, unsere deutlich nimmermüde Diplonsozialpädagonin, die bekanntlich viele Jahre lang in einer der bedeutendsten Walldorfschulen Nordbadens den Getränkekiosk dirigierte, um nebenbei in Ruhe Pfarramt zu studieren, hat mich heute anlässlich unserer kleinen "Nachmittags-Runde" vor der alten, ausgebrannten Galerie mit einigen hochinteressanten Persönlichkeiten bekanntgemacht. Ohne Schmitz natürlich ein etwas schwieriges Unterfangen - seine Larmoyanz fehlt allenthalben, oft sogar, wenn er garnicht selbst zugegen ist.

Ganz zum Schluß, der Kaffee war schon fast leer, was bekanntlich halb so wild ist, wenn sich der Cognac nahtlos einreiht, stellte sie Herrn Oberpolizeirat Noschik vor, der bereits beim 69er Brandanschlag auf die Donaudrahtseilbahn bundesweit von sich reden gemacht hatte als immerhin  einer der damals ersten, die noch ohne Taucherbrille und Neopren-Anzüge wochenlang ohne aufzutauchen den Neckar nach Tathergängen absuchen mussten! Noschik ist ein höchst wortgewandter silberhaariger Herr, der ganz offensichtlich vorzugsweise von seiner Vision einer dampfstrahlbasierten Tatortabsperrung  schwadroniert - und, man muss es neidlos anerkennen, diese Idee hat etwas für sich.  Palozai Durch den Einsatz hunderter in konzentrischen Kreisen aufgestellter und technisch miteinander vernetzter Hochdruck-Dampfstrahler will er  einerseits ermöglichen, daß selbst kleinste Partikel in Tatortnähe verbleiben (bis hin zu DNA-Teilchen, die so klein sind, daß sie noch nach Jahrzehnten nicht mehr auf einem Elektronenmikrofon gefunden werden können, extravagant, das Ganze!) und gleichzeitig verhindern, daß Aussenstehende die Tatorte ohne Befugnis be- oder gar zertreten können, zumindest nicht, ohne daß sie vorher "aber so haarscharf, meine Herrn!" mit siedendheissem Preßdampf "durchgekärchert" werden, daß sie nicht mehr wissen, ob sie "Männlein oder Weiblein" waren, zuvor.  Noschiks Idee scheiterte bislang an den hohen Kosten und - natürlich - am Wasserverbrauch.
Seit Jahren ist er zuständig für die Verifizierung von fast 70 % aller im Regierungsbezirk Karlsruhe eingestanzten Fahrrad-Codierungen, eine Aufgabe, die natürlich nicht nur wegen ihrer datenschutzrechtlichen Bewandtnis Brisanz zeigt, sondern auch ein hohes Maß an Mitarbeiterführung abfordert.
Der Cognac allerdings, und das muss man Herrn Ettore Schmitz nun wirklich zugute halten, ist von feinster Güte und Schwungkraft. Sogar noch während Herr Dirketor Noschwitz anhand seiner kleinen Sammlung polnischer Schlagzahlen im Detail vorführte, wie man zum Beispiel an den Gehstützen der übrigen Parkbewohner ohne großen Aufwand Codierungs-Falsifikate  appliziert, ohne mehr als besagte 750 % der älteren Herrschaften im Zuge dessen komplett zu Fall zu bringen, führte Frau von Struntzen vor, wie sich sogar ein  Büstenhalter mit eingearbeiteten Edelstahlbügeln ohne größere Deformation der sonstigen Oberbekleidung aus dem linken Ärmel zerren läßt, während sie mit der rechten Hand gleichzeitig eine Zigarette in die Maibowle (?!) tunkt und  ihre Gummistiefel auszieht.
Überhaupt halte ich Barbara für eine der begehrenswertesten Frauen von Welt , erotisierend bis zum Exzess fast, wie ein hochglosendes Fegefeuer, mit diesen Gummistiefeln über dem Netzstrumpfwerk  in schwindelerregende Höhen hinan. Ich bin ziemlich sicher, dass ich im Morgengrauen diesen Pollezeideppen Nuschek zum Duell stelle, wenn ich ihm nicht vorher seine beschissenen Dampfstrahler irgendwohin schiebe, wo es richtig weht tut und mit richtig meine ich, daß er seine dreckigen Pfoten mit Sicherheit in den nächsten 10 Jahren nicht mehr auf die Oberschenkel meiner bezauberhaften Struntzi .... der Witwenschänder, der dreckige. Ich muss Schluss machen. Vielleicht kommt ja auch Schmitz noch, die der alte Sau.Gurke Pumpernickel.

16. April 07

Angemosert wird man...

[E.S.] Ja da fragt man sich natürlich schon, wie man umgeht mit solch aussergewöhnlich klimatischen Umgebungen allerorten. Was raunt mir Dr. Briskoll heute früh ins erlahmende Ohr, anlässlich unseres kurzen Ausgangs zwischen dem Sonnenauf- und Untergang?

"Schmitz, Hochsommer scheints - April ists. Und hier, sehn se mal: hier scheissen mir die unangeleinten Hunde jetzt schon beim Gehen auf den Vorderschuh! Ich glaub, ich werd nicht mehr! Das ist jetzt schon der zweite innerhalb von 10 Metern! Haust du wohl ab, du Hund!!" brüllt er mit schwellenden Halsadern, holt schwungvoll mit dem ganzen Bein aus, um das beherzt hinforteilende Kacktier von sich zu kicken, gewinnt natürlich ruckzuck das Übergewicht und knallt mit dem Hinterkopf schmatzend in den aufspritzenden Haufen. Na ja. Wir gehen ja auch für gewöhnlich nicht allzu forsch.

Und mit dem Klima hat er ja recht.  Bei uns wächst schon der Chianti aus den restlichen Kartoffeläckern, die noch nicht von den Aralersatz-Monorapskulturen überpflastert sind. Und auf Majorka schieben sie Schnee. 

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Die Erklärungen finden sich natürlich in den prallgefüllten Spruchblasen der Klimaforscher- und warner (Warner Brothers), derzeit in hoher Blüte stehend und wie Schmelzhunde und Knutbeeren aus den Gletschern geploppt, brüllend, gestikulierend und alles längst gesagt habend. Angeblich.

Fehlt eigentlich nur noch der Drehflügler Tritt-Hin mit seinen entsetzlichen Wolkenkratzer-Armeen, möglichst auch noch hier im Hügelland, wo die herabtaumelnden Abreiss-Rotoren pfeilgrad in zerberstende Solarzellen auf den zur Versteigerung stehenden Nachbarhäusern knallen. Ach geh' mir weg!

Ich aber, als Schmitz, pflege deshalb wieder mal gnadenlos den Eskapismus, Klimawanderung hin oder her. Ab sofort, meine Dam und Herrn, finden Sie mich in meiner Aussenstelle. WLAN-Kabel ist natürlich längst verlegt und ich muss sagen, bis zum nächsten Monsun lässt es sich hier gewisslich aushalten. Gut, ich gebe zu, nicht ganz freiwillig, hören Sie selbst, aber immerhin...

Garten243x194

09. April 07

Unglaubliche Seefahrten...

Geschmacklich_bedenkenswert[C.v.S.] Das zieht dem Schiff den Boden unter den Füssen weg! Irgendwo hat der gute Geschmack auch seine Grenzen. Da, wo um der schnellen Pointe wegen zum Beispiel nicht allein die Havarie von Sachwerten, sondern eben und gerade auch von personellen Gütern, zumindest darf man annehmen, dass sich hier niemand quasi durch die Hintertür, die Hinterschotten sozusagen, andererseits, man weiss es nicht genau, man war ja leider wieder nicht dabei...aber bitte, entwerten Sie selbst:

Titanic_diamond

Wenn man einmal nicht an Bord ist!
Käpt'n: übergebennehmen Sie !

05. April 07

Gastautoren zu Ostern: Prälatin Chris Feig-Wartz

Damendom Ostan. Welch schönes Fest anlässlich jeden Jahres! Religionsübergreifend feiern wir es in den Gemächern des Damendoms zu München. Katholische Monstranzen, Leihbischöfe, protestantische Dechanten und Pastoralanwärter: egal! Ökumenisch vereint in Orgelklang und andachtsvollen Predigten: wir alle feiern die Ankunft des hohen Geistes dieser ganzen Ostersachen da, der mächtigen.
Global fast überspannt der schillernde Bogen unserer Gebiete und Gebote, die Macht des Morgen- und Abendmahls, zuhauf genommen in innigster Eintracht der Muslime, Mosleme, der Buddhisten und Sikhs, jüdischer Nachbarn und evangelischer Organisten: es ist ja so egal, geil! Wie schön der biblische Eierlauf im Konsens der Glaubenden aller Couleur, wie vereint das An- und Abschwellen der KantorInnen im Schein der schwingenden Myrrhefässlein: ein Hase ist uns geworden, engelsgleich. Oder was.
Nichts bleibt trennend, alles eint dieses gemeine Fest der Heerscharen, jauchzend nahezu, nahebei tirilieren die Stimmen hinan zum Kuppelgebälk und ins ferne Nirwana. Fast meint man es zu spüren, das Unwägbare, Strenge.
Wahrlich: da werden Prälaten zu Flugscharen, junge Menschen öffnen ihre Herzen und Münder in trautem Gewese, die lila Tüchlein prangen am Abendhimmel wunderbar! Als ob es kein Trennendes mehr gäbe im Sein, nichts Karitatives hält uns inne: wohlfeil gefüllt wird Nest um Nest und lang bevor die Nacht uns wohlig umhüllt, wird auch noch mal feste vom Ahmpmahlwein gebrochen wie Brot und von den Höhen baumelnde österlichklerikrale Eier spiegeln sich warm in den Pfützen.
Es ist Ostan. Und es ist voll in Ordnung so.

Chris Feig-Wartz, Ostan 2007
anlässlich der Ostarichiefeiern im Damdom zu München


(Wir entschuldigen uns für diesen Beitrag voraussichtlich in aller Form, aber was soll man machen? Man kann da ja nichts machen. C.v.S.)

Westerneggs

Ich bin dann mal....

Literaturversprechung_4 [C.v.S.] Hare Krishnaling ("Ich bin Al Ship") schildert seine Reise mit mehreren Kameraden (Lama, Jakob usw.) aus einem  Wanderlager in einem bestimmten Land im April 2000plus. Dabei bleibt seine Darstellung garnicht mal so recht zurückhaltend, beschränkt sich aber gleichzeitig auf die Beschreibung der Ereignisse, Landschaften und Menschen, auf die sie trafen. Hare und ab! Er zeichnet den Marsch der Flüchtlinge und anderer Wanderer durch dieses Land nach und ihren Aufenthalt im Grenzgebiet des Verstandes und des West- und Südlandes, wo sie mit Duldung lokaler Behörden ein paar Tage oder Jahre lang in kleinen Siedlungen leben. Als sie wegen des Schweißgeruches im Herbst endgültig aus dem Land abgeschoben werden sollen, flieht Hare in Begleitung des mittlerweile offenbar verheirateten Jakob Aufschnaiter-Lama. Auf dem Weg durch das zentrale Hochland oder eine der Ebenen, auf dem sie sich bei den Küfern als indische Händler oder als einfache Pilger ausgeben, je nachdem, gelangen sie im Frühjahr versehentlich in die tibetische Hauptstadt Lhasa, möglicherweise auch Osnabrück. Trotz des Drucks der britischen oder einer ähnlichen christl.  Mission wird ihre Anwesenheit nicht nur toleriert, sie werden sogar Angestellte der tibetischen Regierung/Kirchenverwaltung mit Sitz in wieder einem ganz anderen Land - aber immer entlang Jakobs Weg.
Im zweiten Teil des Buchs schildert Hare dann Tibet und Lhasa und die Menschwerdung eines gewissen H. Schlämmerer oder so und daher stärker aus der Perspektive der Aristokratie, Liturgie und Liturgrafie und halt der großen, fast riesigen  Klöster. Über einflussreiche Gönner (ebenfalls wieder Herr Schlämmerer, mittlerweile im Besitz einer Fahrschule) lernt er bald die fast schon sau-alten Eltern des sogen. Dawai-Lama (Weg-Lama, weg,weg! - sic!), einen seiner älteren Brüder und im Herbst  auch den Dawai-Lama persönlich kennen, dem er zuletzt sogar Privatunterricht in Kölsch und La Flute erteilt. Mit dem Einmarsch der chinesistischen Vollbefreiungsarmee  und der Flucht Hares sowie des Dawai-Lama aus Lhasa/Ibbenbüren bzw. auch Bad Schwalbach endet das Buch - und der ganze Wander-Zirkus hört gottlob schlagartig auf.

Das Buch selbst ist unendlich langatmig und lässt sich nur in Real-Time 1:1 lesen, dauert also Jahre um Jahre.  Zum Glück ist es in dem beschriebenen Land/Ländern aber tagsüber verhältnismässig hell und deutlich wärmer als in den arschkalten Nächten, sodaß das Buch von uns doch 5  Irgendwasse kriegt:  lesen, Freunde, lesen, lesen und nochmal: laufen!!!

Kerkelino